Der Frachter "Wakashio" liegt gestrandet vor der Küste von Mauritius und verliert Öl. | Bildquelle: dpa

Schiffsunglück vor Mauritius Helfer kämpfen gegen Öl-Katastrophe

Stand: 08.08.2020 13:48 Uhr

Ein Tank des vor Mauritius gestrandeten Frachters ist bereits gerissen, auslaufendes Öl bedroht das Umweltparadies. Während die Regierung den Notstand ausgerufen hat, bittet der japanische Schiffseigner um Entschuldigung.

In einem Wettlauf gegen die Zeit versuchen Behörden und Helfer auf Mauritius nach dem Schiffsunglück vor zwei Wochen, die Ölkatastrophe abzumildern. Bislang sei ein Tank des auf Grund gelaufenen Frachters gerissen, sagte Vikash Tatayah von der Mauritian Wildlife Foundation (MWF), der bei der Bewältigung der Krise hilft. Es könne aber zu weiteren Rissen und größeren Ölaustritten kommen. "Ich befürchte, dass es schlimmer wird."

Die "Wakashio" war ohne Fracht auf dem Weg nach Brasilien und ging vor zwei Wochen vor Mauritius auf Grund. Die Ursache ist bislang unklar. Zunächst sei versucht worden, das 300 Meter lange Schiff wieder flott zu bekommen, doch wegen der schlechten Wetterbedingungen habe man wenige Fortschritte machen können, erklärte Nagashiki Shipping, der Besitzer des Frachters. Am Donnerstag begann dann Öl auszutreten. "Wir entschuldigen uns zutiefst bei den Menschen in Mauritius und bei den Betroffenen dafür, dass wir ihnen so viele Probleme bereitet haben", teilte das japanische Unternehmen mit.

Mauritius ruft nach Öl-Katastrophe Umweltnotstand aus
tagesschau 20:00 Uhr, 08.08.2020, Caroline Hoffmann, ARD Nairobi

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Auslaufendes Öl bedroht Lagune

Derzeit bemühen sich Behörden und Helfer, das bereits ausgelaufene Öl zu entfernen und das restliche Öl im Frachter abzupumpen, wie Tatayah erklärte. Dies gehe aber nur langsam voran, "die Aufgabe ist enorm". Nachdem Regierungschef Pravind Jugnauth einen Umweltnotstand ausgerufen und um Hilfe aus dem Ausland gebeten hatte, sicherte unter anderem Frankreich Unterstützung zu. Man werde ein Flugzeug und ein Marineschiff mit Experten und Material aus La Réunion schicken, teilte der Präfekt der Insel mit. La Réunion gehört zu Frankreich und liegt etwa 230 Kilometer südwestlich von Mauritius.

Umweltschützer sind sehr besorgt über die Auswirkungen des Desasters. Der Frachter liegt auf einem Riff inmitten einer Lagune auf der Südostseite von Mauritius. Eine kleine, nahe gelegene Insel - ein Naturschutzgebiet - sei direkt von dem Öl-Austritt betroffen, erklärte Tatayah. "Ich habe tote Fische gesehen und Krabben, die von dem Öl bedeckt sind." Die Lagune sei in den vergangenen Jahren mit viel Arbeit wiederhergestellt worden. Die Katastrophe mache "20 Jahre der Restauration zunichte".

Korallenriffe bei Touristen beliebt

Es wurden Ermittlungen in die Wege geleitet, um die Ursache des Unglücks zu finden. Tatayah zufolge hätte das Schiff nie so nah an das Festland herankommen dürfen. Demnach ist es in den vergangenen fünf Jahren bereits zu vier Schiffsunglücken gekommen, zwei davon in der Nähe des jetzigen. Tatayah forderte, dass die Versicherer des Frachters "Wakashio" für alle Schäden aufkommen.

Der Inselstaat Mauritius mit rund 1,3 Millionen Einwohnern liegt vor der Küste Madagaskars im Indischen Ozean. Er ist bei Touristen wegen seiner Strände, Korallenriffe und reichhaltigen Tierwelt sehr beliebt.

Wettlauf gegen die Zeit: Mauritius will Ölkatastrophe abmildern
Jana Genth, ARD Johannesburg
08.08.2020 18:44 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. August 2020 um 12:50 Uhr.

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