Migranten | Bildquelle: dpa

Zusammenstöße an Mexikos Grenze Nationalgarde stoppt 800 Migranten

Stand: 24.01.2020 09:41 Uhr

Wieder ist eine Gruppe von rund 800 Migranten aus Mittelamerika an der Grenze von Guatemala und Mexiko gestoppt worden. Sie warfen mit Steinen, die Soldaten setzten Tränengas ein.

Erneut hat es an Mexikos Südgrenze Zusammenstöße zwischen Migranten und Sicherheitskräften gegeben. Rund 800 Mittelamerikaner hatten den Grenzfluss Suchiate von Guatemala aus überquert. Nachdem sie auf mexikanischer Seite einige Kilometer weit gelaufen waren, versperrten Soldaten der Nationalgarde ihnen den Weg. Es kam zu Steinwürfen durch Migranten und den Einsatz von Tränengas durch die Soldaten.

Erneut Zusammenstöße zwischen Sicherheitskräften und Migranten an Südgrenze von Mexiko
tagesschau 06:30 Uhr, 24.01.2020

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Die Migranten gehören größtenteils einer sogenannten Karawane von rund 3500 Menschen an, die vergangene Woche aus Honduras auf der Flucht vor Gewalt und Armut in Richtung USA aufgebrochen waren. Mexiko verwehrt den Migranten die Durchreise zur US-Grenze. Nach Angaben von Mexikos Außenminister Marcelo Ebrard vom Dienstag entschieden sich etwa 1400 Mittelamerikaner, Asyl oder eine andere Aufenthaltsgenehmigung in Mexiko zu beantragen. Weitere rund 1000 Migranten hätten um eine Rückführung in ihre Heimat gebeten.

Der geschäftsführende US-Heimatschutzminister Chad Wolf teilte mit, Dutzende Beamte des Ministeriums unterstützten in Mittelamerika die Behörden. Dadurch seien Hunderte Personen festgenommen und in ihre Heimat zurückgeschickt worden.

US-Präsident Donald Trump will die illegale Einwanderung in die USA unter anderem mit einer Mauer an der Grenze zu Mexiko stoppen. Er drohte dem südlichen Nachbarland mit Strafzöllen, wenn es nicht mehr unternehme, um die Migration einzudämmen. Daraufhin kam es im vergangenen Juni zu einer Vereinbarung der beiden Staaten, wonach Mexiko Tausende Soldaten seiner Nationalgarde an den Grenzen einsetzte. Die Zahl der illegalen Grenzübertritte in die USA sank seitdem deutlich.

Später unterschrieben die USA auch mit den Ländern des "Nördlichen Dreiecks" Mittelamerikas - Guatemala, Honduras und El Salvador - Migrationsabkommen. Demnach können Migranten, die die USA erreichen, in diese Länder zurückgeschickt werden, wenn sie sie auf ihrem Weg nach Norden betreten, dort aber kein Asyl beantragt haben. Der Großteil derjenigen, die in den USA beim illegalen Übertritt der Grenze mit Mexiko festgesetzt werden, stammt aus diesen Ländern.

Mehr Investitionen für Arbeitsplätze

Mexikos linkspopulistischer Präsident Andrés Manuel López Obrador, der seit Dezember 2018 regiert, hatte im Wahlkampf eine bessere Behandlung von Migranten versprochen. Seine Regierung will mit Investitionen in die Länder des "Nördlichen Dreiecks" Arbeitsplätze schaffen und damit die Fluchtursachen bekämpfen. Kritiker meinen, durch die Umsetzung der Vereinbarung mit den USA verwandele sich Mexiko selbst in Trumps Mauer.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Januar 2020 um 05:30 Uhr.

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