Donald Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung | Bildquelle: AFP

Kongresswahlen in den USA Was die Wähler mobilisiert

Stand: 03.11.2018 16:12 Uhr

Bei den Kongresswahlen am Dienstag sind Trumps Republikaner in akuter Gefahr, ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus zu verlieren. Für den Wahlausgang sind auch regionale Themen entscheidend.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

"Zum ersten Mal seit vielen Jahren haben wir wieder steigende Löhne", sagt der republikanische Kongressabgeordnete Will Hurd aus Texas bei einer Wahlkampfveranstaltung. Er steht vor rund 150 Wählerinnen und Wählern in einem Landrestaurant in Del Rio an der mexikanischen Grenze.

Will Hurd (rechts) posiert mit einem Unterstützer für Fotos. | Bildquelle: AP
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Will Hurd (rechts) beim Wahlkampf.

Die Wirtschaft, niedrige Arbeitslosigkeit, Löhne - das sind Donald Trumps Themen bei seinen Auftritten im ganzen Land. "Das alles wird nicht in Washington entschieden. Es geht darum, wie die Politik dort die Menschen hier betrifft", erklärt Hurd.

Themen im Grenzgebiet: Einwanderung und die Mauer

 Ein anderes nationales Thema steht im Grenzgebiet ganz oben auf der Liste: Einwanderung und Donald Trumps Mauer, die hier aber so keiner will.

 "Ich lebe ganz nah an der Grenze. Und die Sicherheit meiner Familie ist gefährdet", meint Rosalinda Spinoza aus Del Rio. Ein für Menschen im Norden des Landes eher abstraktes, vielleicht auch ideologisches Thema ist hier ganz nah. Genauso wie Trumps Handelskrieg mit China bei den Farmern und Ranchern in Texas ganz konkret ist: Mais, Weizen, Fleisch - Zölle machen das Geschäft kaputt. Der Abgeordnete Mike Conaway versucht, den Präsidenten zu erklären: "Unser Präsident verteidigt Amerika. Und das verursacht manchmal Probleme. Aber China ist ein Tyrann. Die respektieren nicht das Gesetz. Unser Präsident versucht, sie dazu zu zwingen. Das ist der richtige Kampf."

Menschen wollen Sicherheit

Eines ist klar: Die Menschen wollen im Wahlkampf die Sicherheit bekommen, dass ihr Abgeordneter für sie in Washington spricht und etwas für sie erreicht.

"Washington vergisst manchmal das ländliche Amerika. Wenn unsere Abgeordneten herkommen, bekommen sie mit, was wir brauchen und wollen", sagt Mark Paul. Er ist Bürgermeister der kleinen Stadt Crane in West Texas. In der Halbwüste wird Öl gefördert. Das bringt viel Geld, die großen LKW aber haben die Straßen lädiert. Deshalb soll der Abgeordnete Geld aus Washington besorgen.

 "Der Abgeordnete soll auch die Bundesregierung in das richtige Verhältnis gegenüber den Staaten bringen", meint die pensionierte Lehrerin Evelyn Stroder. Dann kommen die lokalen Themen auf den Tisch: Warum das Büro der Rentenbehörde in die Nachbarstadt abgewandert ist, fehlendes Geld für die Schulen, Versorgung von Veteranen, schlechtes Internet, Ausstattung der Polizei. Und dann sagt Trump bei seinen Wahlkampfauftritten doch: "Denkt euch, ich stünde auf dem Wahlzettel."

Die regionalen Kongresswahlen werden als Abstimmung über den Präsidenten wahrgenommen: "National sind wir ein geteiltes Land. Das wird auch ein Referendum über nationale Politik", meint Ken Knox aus Delaware. Am 6. November wählt jeder Wahlkreis seine Abgeordneten für den Senat und das Repräsentantenhaus. Dabei geht es darum, was die für die Region erreichen können. Aber am Ende wird auch Präsident Trump davon abhängen, welche Partei die Mehrheit in den beiden Kammern des Kongresses hat. Und das wissen die Wähler bei ihrer Entscheidung.

US-Wahl: Lokales oder Bundespolitik - Was bei den Kongresswahlen entscheidend ist
Arthur Landwehr, ARD Washington
03.11.2018 15:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 01. November 2018 um 20:00 Uhr. Zudem berichtete über dieses Thema NDR Info am 03. November 2018 um 08:15 Uhr in den Nachrichten.

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