"Elhiblu 1" bei der Einfahrt in Malta | Bildquelle: REUTERS

Schiff mit Migranten "Elhiblu 1" wieder unter Kontrolle

Stand: 28.03.2019 08:49 Uhr

Mehr als 100 schiffbrüchige Migranten sollen den Kapitän eines Handelsschiffes dazu gezwungen haben, nach Malta zu steuern. Nun übernahm die maltesische Armee die Kontrolle über den Tanker.

Die maltesische Armee hat die Kontrolle über ein Handelsschiff übernommen, das zuvor von Migranten gekapert worden sein soll. Der Tanker "Elhiblu 1" wurde nach Malta eskortiert. Die Migranten und die Crew würden dort der Polizei übergeben, teilte das Militär mit. Der Kapitän des Schiffes hatte zuvor erklärt, er und seine Crew seien kurz vor dem Hafen von Tripolis von einer Reihe von Migranten gezwungen worden, den Kurs zu ändern und in Richtung Malta zu fahren.

Beim Eindringen in die maltesischen Hoheitsgewässer am frühen Morgen hätten zwei Patrouillenboote in Begleitung eines Hubschraubers das Schiff zunächst gestoppt, erklärte das Militär in einer offiziellen Mitteilung. Schließlich seien Spezialkräfte an Bord gegangen. Von Widerstand an Bord war in der Erklärung keine Rede. Nun werde die maltesische Polizei den genauen Tathergang ermitteln.

Kapitän forderte Unterstützung an

Der Tanker hatte Schiffbrüchige in internationalen Gewässern vor Libyen aufgenommen. Insgesamt sollen mehr als 100 Migranten an Bord sein, darunter rund 30 Frauen und Kinder. "Sie sind keine Schiffbrüchigen, sondern Piraten", schrieb Italiens Innenminister Matteo Salvini auf Twitter. Der Tanker habe sechs Seemeilen vor dem libyschen Hafen Tripolis plötzlich seinen Kurs geändert. Der Betreiber des Schiffs und die libyschen Behörden waren zunächst nicht zu erreichen.

Gekapertes Frachtschiff wieder unter Kontrolle
tagesschau 15:00 Uhr, 28.03.2019, Michael Schramm, ARD Rom

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Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye erklärte, ihr Rettungsschiff "Alan Kurdi" habe den Funk zwischen der "Elhiblu 1" und einem europäischen Marineflugzeug mitgehört. Der Kapitän forderte demnach Unterstützung an, weil die Menschen an Bord "sehr aufgebracht seien und nicht zurück nach Libyen zurückgebracht werden wollen".

Kaum mehr Rettungsschiffe vor Libyens Küste

Zahlreiche im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge haben sich in den vergangenen Monaten dagegen gewehrt, in Libyen an Land zu gehen. Menschenrechtsorganisationen zufolge sind sie dort Folter, Vergewaltigung, Mord und Ausbeutung ausgesetzt.

Vor der libyschen Küste sind kaum mehr Rettungsschiffe im Einsatz, die Boote von Hilfsorganisationen wurden immer wieder blockiert oder aus dem Verkehr gezogen. Auch die EU hat ihren Marineeinsatz vor der libyschen Küste gestoppt.

Mit Informationen von Tassilo Forchheimer, ARD-Studio Rom.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 28. März 2019 um 08:30 Uhr und 09:00 Uhr.

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