Italiens Innenminister Salvini | Bildquelle: dpa

Mittelmeer Italien will Gerettete nicht aufnehmen

Stand: 14.07.2018 18:06 Uhr

Die EU-Grenzschutzagentur Frontex hat mehr als 400 Menschen von einem Holzboot gerettet. Sie befinden sich in italienischen Gewässern. Doch Italiens Innenminister Salvini will sie nicht aufnehmen.

Die italienische Regierung weigert sich erneut, im Mittelmeer gerettete Menschen aufzunehmen. Die mehr als 450 Migranten waren bis zum Samstagmorgen auf einem Holzboot unterwegs. Dann wurden sie von einem italienischen Boot und einem Schiff der EU-Grenzschutzagentur Frontex aufgenommen.

Acht Frauen und Kinder seien wegen ihres Gesundheitszustands von der italienischen Küstenwache nach Lampedusa gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Wo die übrigen Menschen an Land gehen können, ist unklar.

Sie sollten nach Malta "oder noch besser nach Libyen" gebracht werden, sagte Italiens Innenminister Matteo Salvini in einem Telefonat mit Regierungschef Giuseppe Conte, wie aus Kreisen der rechtsextremen Partei Lega verlautete.

Demonstrationen gegen die Flüchtlingspolitik der EU und Italien
tagesschau 20:00 Uhr, 14.07.2018, Verena Schälter, ARD Rom

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Verteilung auf EU-Länder

Conte stellte laut Medienberichten Bedingungen: Die Menschen dürften nur dann in Italien von Bord gehen, wenn sie sofort auf andere EU-Länder verteilt würden. Italien sei nicht länger bereit, sich allein eines Problems anzunehmen, das alle Länder der EU betreffe, schrieb er in einem Brief an Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk, wie ein Regierungssprecher bestätigte. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte in Brüssel, der Brief sei noch nicht eingetroffen.

Bereits am Freitag hatte die Regierung in Rom die maltesische Regierung dazu bringen wollen, das überladene Holzschiff bei sich anlegen zu lassen. Malta argumentierte aber, das Schiff befände sich näher an italienischem als an maltesischem Staatsgebiet. Zudem würden die Menschen an Bord lieber nach Italien einreisen.

Migranten schlafen an Bord eines Rettungsschiffs. | Bildquelle: dpa
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Italien will mit seiner Blockade eine europäische Lösung erzwingen.

Keine privaten Seenotretter unterwegs

Derzeit sind keine privaten Seenotretter auf dem Mittelmeer unterwegs. Ihnen wird vorgeworfen, indirekt den Schleppern in die Hände zu spielen, indem sie die Migranten von den schrottreifen Booten retteten und nach Italien bringen.

Unklar war, wer das Holzboot von Libyen aus gesteuert hatte. Üblicherweise legen von dort Schlauchboote ab, die nicht eigenständig nach Italien gelangen können.

Italien und Malta stritten in den vergangenen Wochen wiederholt über die Zuständigkeit für Flüchtlingsschiffe. Im vergangenen Monat hatte Malta nach längerem Zögern die "Lifeline" mit 234 Menschen an Bord anlegen lassen.

Tage zuvor hatten Italien und Malta das Rettungsschiff "Aquarius" mit 630 Flüchtlingen an Bord zurückgewiesen. Am Ende erklärte sich Spanien bereit, das Schiff anlegen zu lassen und die Migranten aufzunehmen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 14. Juli 2018 um 18:00 Uhr.

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