Flüchtlinge, die in der Straße von Gibraltar von der spanischen Küstenwache aufgegriffen wurden | Bildquelle: REUTERS

Bootsflüchtlinge im Mittelmeer Spanien rettet fast 500 Flüchtlinge

Stand: 16.07.2018 02:34 Uhr

Die spanische Seenotrettung hat am Wochenende erneut hunderte Flüchtlinge geborgen. Derweil zeichnet sich eine Lösung für die Bootsflüchtlinge ab, die am Samstag vor Italien gerettet wurden.

Die spanische Seenotrettung hat am Wochenende mindestens 479 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet. Darunter seien mehr als 100 Kinder, erklärte die Seenotrettung. 330 Flüchtlinge wurden den Angaben zufolge am Samstag gerettet. Unter ihnen waren rund 100 Minderjährige, die von einem Schiff der Guardia Civil aufgenommen wurden, und ein Marokkaner, der auf dem Schlauch eines Lkw-Reifens im Wasser trieb. Weitere 149 Menschen wurden am Sonntag an Land gebracht.

Die Internationale Organisation für Migration erklärte kürzlich, in Spanien seien in diesem Jahr bereits mehr als 16.900 Flüchtlinge eingetroffen. Das waren fast so viele wie in Italien. Fast 2900 weitere gelangten über die beiden Enklaven Ceuta und Melilla auf spanisches Territorium.

Bereits am Samstag hatten zwei Schiffe der EU-Grenzschutzbehörde Frontex etwa 450 Flüchtlinge aus prekärer Lage von einem Holzboot im Mittelmeer gerettet und in italienische Gewässer gebracht. Italiens Innenminister Matteo Salvini weigerte sich aber, sie ins Land zu lassen. Medienberichten zufolge war das Boot von Libyen gestartet.

Deutschland hat sich nun bereit erklärt, einen Teil der geretteten Migranten aufnehmen. Die Regierungen in Berlin und Rom seien "übereingekommen, dass Deutschland im Blick auf die laufenden Gespräche über eine intensivere bilaterale Zusammenarbeit im Asylbereich in diesem Fall bereit ist, 50 Menschen aufzunehmen", teilte eine Regierungssprecherin mit.

Auch Malta und Frankreich nehmen 50 Migranten auf

Nach Angaben Contes haben auch Malta und Frankreich zugesagt, jeweils 50 Flüchtlinge aufzunehmen.

Trotz der zugesagten Unterstützung ist bislang unklar, wann und wo die Geretteten an Land gehen können. Am Nachmittag konnten laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa 50 Kinder und Frauen von Bord der Schiffe gehen.

Giuseppe Conte | Bildquelle: ETTORE FERRARI/EPA-EFE/REX/Shutt
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Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte fordert "ein klares Zeichen" für eine Verteilung der Flüchtlinge in der EU.

Rechtslage erlaubt keine schnelle Rückkehr nach Libyen

Zuvor hatte Conte damit gedroht, die italienische Regierung werde Libyen kontaktieren, um die Menschen dorthin zurückzuschicken. Ein Sprecher der libyschen Küstenwache sagte später jedoch, dass das Land keine illegalen Migranten akzeptieren werde, die bereits von Rettungsschiffen aufgenommen worden seien.

Nach internationalem Recht können Migranten nicht an Orte zurückgebracht werden, an denen ihr Leben in Gefahr ist. Sowohl die Vereinten Nationen als auch die EU haben festgestellt, dass Libyen nicht sicher ist. Salvini hatte deshalb die EU-Innenminister bei einem Treffen in Österreich gedrängt, das nordafrikanische Land zu einem sicheren Ort zu erklären.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juli 2018 um 02:08 Uhr.

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