Flüchtlinge verlassen im Hafen von Pozzallo das Frontex Schiff. | Bildquelle: FRANCESCO RUTA/EPA-EFE/REX/Shutt

Hafenstadt Pozzallo Italien lässt Bootsflüchtlinge an Land

Stand: 16.07.2018 16:42 Uhr

450 Flüchtlinge waren am Samstag von einem Holzboot im Mittelmeer gerettet worden. Nachdem fünf EU-Staaten sich bereit erklärten, einige aufzunehmen, durften sie nun in Sizillien an Land gehen.

Die letzten der 450 Flüchtlinge, die sich an Bord von zwei Schiffen der EU-Grenzschutzbehörde Frontex im Mittelmeer befanden, sind in der vergangenen Nacht in der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo an Land gegangen. Das teilte der Bürgermeister der im Süden gelegenen Insel laut der italienischen Nachrichtenagentur AGI mit.

Bootsflüchtlinge gehen in Sizilien an Land
tagesschau 20:00 Uhr, 16.07.2018, Michael Schramm, ARD Rom

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Die italienische Regierung hatte die Genehmigung zur Landung erteilt, nachdem fünf EU-Staaten ihre Bereitschaft erklärt hatten, die Migranten aufzunehmen. Deutschland, Frankreich, Malta, Portugal und Spanien hatten nach langen Verhandlungen zugesagt, je 50 der insgesamt 450 Flüchtlinge zu übernehmen, die am Samstag vor der italienischen Küste aus einem Holzboot aufgenommen worden waren.

Klares Zeichen für eine Lastenteilung

"Erstmals können wir heute sagen, dass die Migranten in Europa gelandet sind", hieß es in einer Erklärung des italienischen Regierungschefs Giuseppe Conte. Der italienische Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Lega-Partei hatte sich geweigert, die Flüchtlinge ins Land zu lassen. Conte hatte daraufhin in einem Brief an die Staats- und Regierungschefs der anderen 27 EU-Staaten "ein klares Zeichen" für eine Lastenteilung in der Europäischen Union verlangt und zur Aufnahme der Flüchtlinge aufgefordert.

Dramatische Szenen an Bord

Vor der Rettung hatten sich nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) dramatische Szenen an Bord abgespielt. Etwa 30 Flüchtlinge seien von dem Fischerboot, mit dem sie unterwegs waren, ins Wasser gesprungen, als sie in der Ferne ein Schiff gesehen hätten, schrieb IOM-Sprecher Flavio Di Giacomo auf Twitter.

Er berief sich dabei auf Augenzeugenberichte. Bei dem Versuch, das Schiff in der Ferne zu erreichen, seien vier Bootsflüchtlinge ertrunken. Bei den Toten handele es sich um drei Männer und einen Minderjährigen, sagte Di Giacomo. Der Großteil der Migranten habe es zurück an Bord geschafft. Auf dem Holzboot hätten die Migranten zu diesem Zeitpunkt weder Essen noch Trinken gehabt.

Rechtslage erlaubt keine schnelle Rückkehr nach Libyen

Zuvor hatte Conte damit gedroht, die italienische Regierung werde Libyen kontaktieren, um die Menschen dorthin zurückzuschicken. Ein Sprecher der libyschen Küstenwache sagte später jedoch, dass das Land keine illegalen Migranten akzeptieren werde, die bereits von Rettungsschiffen aufgenommen worden seien.

Italien und Malta hatten in den vergangenen Wochen wiederholt die Aufnahme von geretteten Bootsflüchtlingen verweigert. Salvini verfügte im Juni, dass Schiffe von Hilfsorganisationen mit Flüchtlingen an Bord nicht mehr in italienischen Häfen anlegen dürfen.

Giuseppe Conte | Bildquelle: ETTORE FERRARI/EPA-EFE/REX/Shutt
galerie

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte fordert "ein klares Zeichen" für eine Verteilung der Flüchtlinge in der EU.

Nach internationalem Recht können Migranten nicht an Orte zurückgebracht werden, an denen ihr Leben in Gefahr ist. Sowohl die Vereinten Nationen als auch die EU haben festgestellt, dass Libyen nicht sicher ist. Salvini hatte deshalb die EU-Innenminister bei einem Treffen in Österreich gedrängt, das nordafrikanische Land zu einem sicheren Ort zu erklären.

Am Wochenende hatte die spanische Seenotrettung mindestens 479 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet, darunter waren laut der Seenotrettung mehr als 100 Kinder. 330 Flüchtlinge wurden den Angaben zufolge am Samstag gerettet. Unter ihnen waren rund 100 Minderjährige, die von einem Schiff der Guardia Civil aufgenommen wurden, und ein Marokkaner, der auf dem Schlauch eines Lkw-Reifens im Wasser trieb. Weitere 149 Menschen wurden am Sonntag an Land gebracht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Juli 2018 um 02:08 Uhr.

Darstellung: