Flüchtlinge werden in Motril vom Roten Kreuz versorgt | Bildquelle: PEDRO FEIXAS/EPA-EFE/REX/Shutter

Überfahrt aus Marokko Hunderte Migranten vor Spanien gerettet

Stand: 04.09.2018 17:07 Uhr

In kleinen Booten haben Hunderte Migranten die Überfahrt von Marokko nach Spanien versucht. Mehr als 600 wurden gerettet. Insgesamt sinken die Flüchtlingszahlen - in Spanien sind sie jedoch zuletzt angestiegen.

Vor der spanischen Küste sind am Montag mehr als 600 Migranten aus 16 Booten gerettet worden. Allein fast 200 Menschen aus Nordafrika und Staaten südlich der Sahara seien auf acht Booten in der Meerenge von Gibraltar entdeckt und in Sicherheit gebracht worden, berichtete die spanische Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf die Seenotrettung Salvamento Maritimo. Die Geretteten wurden auf einem Boot in Orte der spanischen Region Andalusien gebracht.

Spanien verzeichnet höhere Flüchtlingszahlen

Spanien löste Italien inzwischen als Hauptankunftsland für Migranten in der EU ab. Die neue rechtspopulistische Regierung in Rom lässt kaum noch Bootsflüchtlinge ins Land, zudem scheinen die libyschen Behörden verstärkt gegen Schlepper vorzugehen. Viele Migranten weichen deshalb in die Nachbarländer Algerien und Marokko aus, um von dort aus die Überfahrt nach Spanien zu wagen.

Obwohl die Gesamtzahl der Migranten, die über das Meer kommen, deutlich abgenommen hat, ist sie offiziellen Statistiken zufolge für Spanien gestiegen. Allein bis Ende Juli sind nach Zahlen des Innenministeriums in Madrid mehr als 22.000 Flüchtlinge angekommen - etwa so viele, wie im Gesamtjahr 2017. 

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) nannte für den Zeitraum bis Ende August die Zahl von 28.500 Menschen, die über die westliche Mittelmeer-Route in Spanien gekommen seien. Das sind rund dreimal so viele wie im Vorjahreszeitraum. Im selben Zeitraum kamen in Italien knapp 20.000 und in Griechenland knapp 19.000 Flüchtlinge an.

Die Straße von Gibraltar zwischen Marokko und Spanien ist an ihrer schmalsten Stelle 14 Kilometer breit.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. September 2018 um 04:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: