Eine Menschenmenge protestiert, die meisten sind schwarz gekleidet. | Bildquelle: REUTERS

Keine Abbrüche nach achter Woche Auch Missouri erschwert Abtreibungen

Stand: 17.05.2019 21:44 Uhr

Immer mehr US-Bundesstaaten schränken das Recht auf Abtreibung ein. Nach dem Verbot in Alabama und Einschränkungen in vier weiteren Staaten wurden Schwangerschaftsabbrüche jetzt auch in Missouri erschwert.

Nach dem US-Bundesstaat Alabama will auch der Staat Missouri schwangeren Frauen Abtreibungen erschweren oder diese ganz verbieten. Das Landesparlament billigte einen Gesetzesentwurf, der Schwangerschaftsabbrüche ab der achten Woche verbietet. Ausnahmen gibt es nur in medizinischen Notfällen, nicht aber bei Vergewaltigung.

Die Vorlage muss noch von Gouverneur Mike Parson unterzeichnet werden - dies gilt aber als sicher. Zuvor war bereits in Alabama ein Gesetz verabschiedet worden, dass Abtreibung in praktisch allen Fällen unter Strafe stellt. Auch in den Staaten Kentucky, Mississippi, Ohio und Georgia sind Abtreibungen verboten, sobald der Herzschlag des Fötus nachweisbar ist - in der Regel nach der sechsten Woche.

Ziel: Landesweites Abtreibungsverbot

Die Verbote in den einzelnen Staaten sind Teil einer Strategie der US-Republikaner, ein 45 Jahre altes Grundsatzurteil des Obersten Gerichtshofes zu kippen. Demnach haben Frauen in den USA das Recht auf einen Schwangerschaftsabbruch. Die Chancen auf ein schärferes Gesetz steigen, nachdem US-Präsident Donald Trump zwei konservative Richter für den Obersten Gerichtshof ernannt hat. Damit gibt es dort erstmals seit Jahrzehnten wieder eine konservative Mehrheit.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 17. Mai 2019 um 22:00 Uhr.

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