Evo Morales | Bildquelle: AP

Boliviens Ex-Staatschef Morales bei Strafgerichtshof angezeigt

Stand: 05.09.2020 00:23 Uhr

Boliviens Ex-Staatschef Morales ist vom Generalstaatsanwaltschaft des Landes vor dem Internationalen Strafgerichtshof verklagt worden. Er soll von seinem Exil in Argentinien aus seine Anhänger zu Straßenblockaden angestiftet haben.

Die bolivianische Generalstaatsanwaltschaft hat beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag Anzeige gegen den ehemaligen Präsidenten Evo Morales erstattet. Wie Interimspräsidentin Jeanine Anez auf Twitter schrieb, werden ihm Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen.

Der frühere Staatschef, der von 2006 bis 2019 im Amt war, habe seine Anhänger im August dazu angestiftet, Straßen zu blockieren und mehrere Städte des südamerikanischen Landes von der Versorgung mit Lebensmitteln und medizinischem Sauerstoff sowie dem Zugang zu Ärzten abzuschneiden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Mindestens 40 Patienten seien deshalb wegen fehlender Versorgung gestorben. Die Anklagebehörde des Internationalen Strafgerichtshofs solle nun Vorermittlungen einleiten.

Morales sprach auf Twitter von einer Schmutzkampagne gegen ihn.

Anklage wegen Terrorismus in Bolivien

Der 60-jährige Ex-Staatschef lebt derzeit im Exil in Argentinien, nachdem er im November 2019 unter dem Druck des Militärs zurückgetreten war. Die Opposition und internationale Wahlbeobachter warfen dem ersten indigenen Staatschef des Andenstaats Betrug bei der Präsidentenwahl vor. Derzeit führt eine Interimsregierung in Bolivien die Amtsgeschäfte. Morales wurde in seiner Heimat bereits wegen Terrorismus und Finanzierung terroristischer Aktivitäten angeklagt. Zudem wird wegen einer angeblichen Beziehung zu einer Minderjährigen gegen ihn ermittelt.

Darstellung: