Polizei blockiert ein Gebiet während einer Umsiedlungsoperation der Flüchtlinge des abgebrannten Lagers Moria | Bildquelle: REUTERS

Evakuierung von Moria Polizei bringt Flüchtlinge in neues Zeltlager

Stand: 17.09.2020 09:30 Uhr

Die griechische Polizei hat auf Lesbos weitere Moria-Flüchtlinge in das neue Zeltlager Kara Tepe gebracht. Dies diene dem Schutz der öffentlichen Gesundheit, erklärte die Polizei. Laut Augenzeugen verläuft die Aktion friedlich.

Die griechische Polizei hat am Morgen damit begonnen, die verbliebenen Migranten aus dem abgebrannten Flüchtlingslager Moria zu holen. Sie sollen in das neue, provisorische Zeltlager Kara Tepe ziehen, das die Behörden errichtet haben.

"Bisher läuft alles friedlich ab", sagte der Mainzer Arzt Gerhard Trabert, der mit einer Hilfsorganisation vor Ort ist, der Nachrichtenagentur dpa. Er schätzt, dass sich noch mehrere Tausend Menschen in und um das zerstörte Lager herum aufhalten. Ein Augenzeuge berichtet der Nachrichtenagentur Reuters, dass die Menschen langsam ins neue Lager strömten.

12.000 Menschen ohne Obdach

"Wir müssen die Menschen in das neue Lager holen. Wenn sie auf der Straße ausharren, ist das eine Bombe in Sachen Hygiene", sagte der Chef der griechischen Gesundheitsbehörde (EODY), Panagiotis Arkoumaneas, dem griechischen Radiosender Skai. An der Aktion seien rund 170 Einsatzkräfte beteiligt, darunter 70 Beamtinnen.

Nachdem das Flüchtlingslager vergangene Woche vollständig ausgebrannt war, lebten nach Angaben griechischer Behörden 12.000 Menschen ohne Obdach und angemessene sanitäre Einrichtungen auf der Inseln Lesbos. Die deutsche Bundesregierung erklärte sich deshalb bereit, 1500 Flüchtlinge aufzunehmen.

Weltspiegel extra: Moria - "Schande" Europas
17.09.2020

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Manche fürchten den Umzug

Nach dem Brand des Lagers hatte die Polizei das Camp Kara Tepe aufgebaut, um die obdachlosen Menschen dort unterzubringen. Bisher seien rund 2000 Flüchtlinge eingezogen, teilten Behörden mit. Beamte sagten, dass einige der Migranten zögern, in das neue Lager umzuziehen.

Viele haben Angst, das neue Lager zu beziehen; sie befürchten, dort eingesperrt zu werden, und fordern stattdessen, von der Insel aufs Festland gebracht zu werden. Die Regierung in Athen geht davon aus, dass die Überführung in das neue Lager innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden kann.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. September 2020 um 09:15 Uhr.

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