Überschwemmungen in Mosambik nach Zyklon "Idai". | Bildquelle: AP

Zyklon "Idai" in Ostafrika Mehr als 350 Todesopfer bestätigt

Stand: 20.03.2019 04:40 Uhr

Nach dem schweren Zyklon "Idai" in Mosambik, Simbabwe und Malawi sind inzwischen mehr als 350 Todesopfer bestätigt. Hilfsorganisationen berichten, in den Krisenregionen habe sich ein riesiger "inländischer Ozean" gebildet.

Durch den Wirbelsturm "Idai" sind allein in Mosambik mehr als 200 Menschen ums Leben gekommen. Das sagte Präsident Filipe Nyusi bei einem Besuch der völlig verwüsteten Stadt Beira. Gemeinsam mit den bestätigten Toten aus Simbabwe und Malawi stieg die Opferzahl damit auf über 350.

Tags zuvor hatte Nyusi noch erklärt, er befürchte, dass mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten, als der Zyklon große Landstriche unter Wasser setzte. Die Flüsse Pungue und Buzi in Mosambik seien über die Ufer getreten und hätten einen kilometerweiten "inländischen Ozean" geschaffen, warnte das Welternährungsprogramm. Mindestens 400.000 Menschen wurden obdachlos.

Das Bild totaler Verwüstung in den von Zyklon "Idai" heimgesuchten Regionen Mosambiks. | Bildquelle: AFP
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Das Bild totaler Verwüstung in den von Zyklon "Idai" heimgesuchten Regionen Mosambiks.

Bewohner wurden überrascht

"Hier war ein Haus, es wurde begraben, und die Besitzer wurden vielleicht mit begraben", sagte Zacharia Chinyai, aus der simbabwischen Stadt Chimanimani, an der Grenze zu Mosambik. "Sie werden vermisst". Der Zyklon habe die Bewohner überrascht, sagte Chinyai. Sie hätten im Radio Nachrichten gehört über die Überschwemmungen in Mosambik. "Aber wir haben nie daran gedacht, dass wir auch betroffen sein könnten. Niemand hat uns gesagt, dass es so verheerend sein würde."

Der Zyklon hat für die zerstörerischsten Fluten seit 20 Jahren im südlichen Afrika gesorgt, vor allem in Mosambik, Simbabwe und Malawi, sagten Noteinsatzkräfte. Weiterhin starker Regen wird in Teilen der Krisenregion bis Donnerstag erwartet.

Hunderttausende weiterhin ohne Strom

Das Welternährungsprogramm will in Mosambik in Kürze bis zu 600.000 Menschen unterstützen. In der besonders betroffenen Hafenstadt Beira und deren Umland waren auch am Mittwoch Hunderttausende Menschen weiter ohne elektrischen Strom.

Die "massive Katastrophe" betreffe möglicherweise Millionen Menschen in Mosambik und den Nachbarländern Simbabwe und Malawi, sagte der Leiter des UN-Nothilfebüros, Jens Laerke. "Wir brauchen jede logistische Unterstützung, die wir bekommen können", sagte er. Ein Sprecher des Roten Kreuzes erklärte, Helfer vor Ort sprächen von Orten, die bis zu sechs Meter unter Wasser stünden. Die Organisation warnte, rund 400.000 Menschen könnten zeitweise obdachlos sein.

Eine Familie sucht in Ruinen nach ihrem verschütteten Sohn. | Bildquelle: AP
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Familien suchen in Ruinen nach verschütteten Angehörigen.

Immer wieder schwere Wirbelstürme in Mosambik

Der Zyklon "Idai" mit der Stärke vier von fünf war in der Nacht zum Freitag mit Windböen von bis zu 160 Kilometern pro Stunde vom Indischen Ozean her nahe der mosambikanischen Großstadt Beira auf Land getroffen. Es folgten Sturmfluten und massive Überschwemmungen.

Mosambik wird immer wieder von schweren Wirbelstürmen getroffen. Der Zyklon "Favio" etwa hatte 2007 rund 130.000 Häuser beschädigt und Zehntausende Menschen zur Flucht gezwungen. Im Jahr 2000 waren infolge des Zyklons "Eline" knapp eine halbe Million Menschen obdachlos, rund 700 starben.

Mosambik gehört einem UN-Index zufolge zu den zehn ärmsten Ländern der Welt. Die Regierung dürfte mit der Bewältigung der sich nun abzeichnenden humanitären Katastrophe überfordert sein. Zahlreiche Hilfsorganisationen planen daher, ihre Einsätze vor Ort auszubauen und haben zu Spenden aufgerufen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. März 2019 um 08:00 Uhr.

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