Ein Foto aus dem Basislager. Im Hintergrund ist eine kleine Lawine zu sehen, die am Tag nach dem großen Beben abging.

Lawine trifft Basislager am Mount Everest Eine Wand aus Eis und Schnee

Stand: 26.04.2015 17:13 Uhr

Bislang galt der 18. April 2014 als schwärzester Tag in der Geschichte des Everest-Tourismus. Damals starben 16 Menschen. Die Zahl der Opfer durch die Lawinen, die das Erdbeben vom Samstag ausgelöst hat, ist aber noch höher. Allein im Basislager gab es 18 Tote.

Durch das Erdbeben im Himalaya haben sich in der Region um den Mount Everest auch etliche Lawinen gelöst. Dutzende Bergsteiger wurden verschüttet. Wie viele ums Leben kamen, ist noch unklar.

Bestätigt sind bislang 18 Opfer. Sie wurden im Basislager, das in etwa 5000 Metern Höhe liegt, von einer Lawine getroffen. Nach Angaben von Expeditionsleitern und Angehörigen sind unter den Toten auch ein Australier, ein US-Amerikaner und ein Chinese. Nach Angaben der Nepalesischen Bergsteigergesellschaft wurden in dem Lager mindestens 30 der weit verstreut liegenden Zelte zerstört.

Dieses Foto eines Augenzeugen zeigt nach Angaben der Agentur AFP die Lawine, die Teile des Basislagers zerstört hat.
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Dieses Foto eines Augenzeugen zeigt nach Angaben der Agentur AFP die Lawine, die Teile des Basislagers zerstört hat.

Zerstörte Zelte im Basislager
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Mindestens 30 Zelte in dem weit verstreut liegenden Lager wurden zerstört, mindestens 18 Menschen kamen ums Leben.

Etwa 1000 Menschen waren im Basislager

Damit ist ein neuer, trauriger Höhepunkt erreicht. Bislang galt der 18. April des vergangenen Jahres als schwärzester Tag in der Geschichte des Everest-Tourismus. Damals waren 16 Nepalesen in einer Lawine ums Leben gekommen. Danach sagten fast alle Teams ihre Vorhaben ab. Viele von ihnen sind in diesem Jahr zurückgekommen, um die Besteigung des 8848 Meter hohen Berges erneut in Angriff zu nehmen.

Derzeit ist die Hauptsaison am Mount Everest. Zum Zeitpunkt der Katastrophe am Samstag hielten sich nach offiziellen Angaben etwa 1000 Bergsteiger, Wanderer und Träger rund um das Basislager auf.

"Ich wusste nicht, was passiert war oder wo ich war"

Helfer bergen einen Verletzten aus dem Basislager
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Helfer bergen einen Verletzten aus dem Basislager.

Experten und Augenzeugen gehen davon aus, dass noch mehr Menschen am Mount Everest durch Lawinen oder Steinschlag in Folge des Erdbebens umgekommen sind. Viele Bergsteiger sind auf den Routen, die zum Gipfel und herab führen, abgeschnitten. Das berichten Bergsteiger und Sherpas aus dem Basislager. Zudem ist nicht klar, wer sich noch im Basislager aufgehalten hat und wer schon unterwegs war. Daher könnte es auch im Lager noch weitere Opfer gegeben haben.

Auch das starke Nachbeben, dessen Epizentrum näher am Mount Everest lag, löste weitere Lawinen aus. Extrembergsteiger Reinhold Messner sagte, er sei überzeugt, "dass die Toten viel mehr sein werden, weil die Nachrichten erst nach Tagen und Wochen in die Hauptstadt Kathmandu kommen".

Ein Sherpa, der verschüttet und verletzt wurde, erzählte nach seiner Bergung: "Ich hörte großen Lärm und das nächste, was ich weiß, ist, dass ich vom Schnee mitgerissen wurde. Ich muss fast 200 Meter mitgeschleift worden sein." Später habe er sein Bewusstsein wiedererlangt. "Ich war in einem Zelt, umringt von Ausländern. Ich wusste nicht, was passiert war oder wo ich war."

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