Die Journalisten You Wa Lone und Kyaw Soe Oo nach ihrer Freilassung | Bildquelle: REUTERS

Begnadigung ohne Begründung Myanmar lässt Reuters-Reporter frei

Stand: 07.05.2019 08:49 Uhr

Wegen ihrer Berichterstattung über ein Massaker an Rohingya-Männern wurden zwei Reuters-Journalisten 2018 in Myanmar verurteilt. Nun kamen sie vorzeitig frei - ohne Begründung.

Von Holger Senzel, ARD-Studio Singapur

Die beiden Journalisten strahlten über das ganze Gesicht, als sie das Gefängnis bei Rangun verließen. Sie reckten ihre Daumen nach oben. Der Medienauftrieb war ebenso groß wie bei der Verurteilung der beiden Reuters-Journalisten.

You Wa Lone, 33 Jahre alt, dankte allen, die sich für seine Freilassung eingesetzt hatten. Er freute sich darauf, seine Familie wiederzusehen. Seine jüngste Tochter wurde geboren, während er in Haft saß. Und er könne es kaum erwarten, wieder in die Redaktion zurückzukehren.

Myanmar: Freilassung von zwei Reuters-Journalisten
tagesschau 09:00 Uhr, 07.05.2019

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Auslöser war Bericht über Massaker

Zusammen mit seinem Kollegen Kyaw Soe Oo, 29 Jahre alt, war er im September wegen Geheimnisverrats zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die Reuters-Mitarbeiter - beide Staatsbürger Myanmars - hatten über ein Massaker an zehn Rohingya-Männern berichtet. Auf einem der Fotos sieht man Männer und Jungen mit hinter dem Kopf verschränkten Armen in einer Reihe knien - bevor sie von Soldaten erschossen werden. Eines von vielen Verbrechen an der muslimischen Minderheit in Myanmar.

Mehr als 700.000 Rohingya waren nach einer brutalen Militäroffensive im August 2017 nach Bangladesh geflohen. Die Vereinten Nationen sprachen von "ethnischer Säuberung" und "Genozid". Der Reuters-Bericht vom 8. Februar 2018 blieb nicht ohne Folgen: Die beiden Autoren wurden verhaftet und angeklagt nach einem Gesetz, das noch aus der britischen Kolonialzeit stammt. Sie hätten sich illegal geheime Dokumente beschafft, so der Vorwurf.

Die Journalisten You Wa Lone und Kyaw Soe Oo nach ihrer Freilassung | Bildquelle: ANN WANG/POOL/EPA-EFE/REX
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You Wa Lone und Kyaw Soe Oo erhielten für ihre Berichterstattung der Pulitzerpreis.

Reportern wurde Falle gestellt

Im Prozess sagte ein Polizist aus, den Reportern sei eine Falle gestellt worden. Trotzdem bestätigte auch das Berufungsgericht das Urteil von sieben Jahren Haft. Ein Signal der in Myanmar immer noch mächtigen Armee an kritische Journalisten - vermuten Kritiker.

Für ihre Berichterstattung wurde Wa Lone und Kyaw Soe Oo der Pulitzerpreis verliehen. Gegen das Urteil gab es internationale Proteste. Die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney appellierte an Staatsrätin Aung San Suu Kyi. Diese wisse besser als jede andere, was es bedeute, ein politischer Gefangener zu sein. "Sie hat im selben Gefängnis gesessen, in dem Wa Lone und Kyaw Soe Oo nun schlafen. Sie hat den Schlüssel in der Hand. Zur Freilassung der Reporter, zur Freiheit der Presse, zur Wahrheit und zur Demokratie in Myanmar", sagte Clooney.

Einflussnahme Suu Kyis unklar

Ob Aung San Suu Kyi bei der Begnadigung eine Rolle gespielt hat, ist nicht bekannt. Die beiden Reuters-Journalisten wurden ohne Begründung gemeinsam mit Tausenden anderen Häftlingen begnadigt - im Rahmen der traditionellen Neujahrsamnestie. Im Reuters-Büro Rangun brandete Beifall auf, als die Mitarbeiter von der Freilassung ihrer Kollegen erfuhren.

Aung San Suu Kyi | Bildquelle: AFP
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Ob Aung San Suu Kyi Einfluss auf die Begnadigung genommen hat, ist nicht bekannt.

Mut und Freiheit - Reuters-Reporter in Myanmar begnadigt
Holger Senzel, ARD Singapur
07.05.2019 07:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Mai 2019 um 09:00 Uhr.

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