Nantes | Bildquelle: AP

Polizeieinsatz in Nantes Schuss war doch keine Notwehr

Stand: 06.07.2018 17:22 Uhr

Nach dem tödlichen Schuss auf einen 22-Jährigen in Nantes hat der verantwortliche Polizist Falschangaben eingeräumt. Der Vorfall löste die dritte Nacht in Folge Krawalle aus.

Tatort in Nantes | Bildquelle: AP
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Am Tatort legten viele Menschen Blumen ab.

Der Polizist, der am Dienstag im westfranzösischen Nantes einen Autofahrer erschossen hatte, hat seine Darstellung des Vorfalls geändert. Sein Anwalt sagte, der Beamte habe anders als bisher dargestellt nicht in Notwehr gehandelt. Gegenüber Generalinspekteuren der nationalen Polizei habe er nun angeführt, bei dem Schuss habe es sich um einen "Unfall" gehandelt.

Der Polizist war wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge in Gewahrsam genommen worden. Erst nach seiner Vernehmung wollte Staatsanwalt Pierre Sennès eine Entscheidung zum weiteren Vorgehen in dieser Sache verkünden.

Erschossener wurde per Haftbefehl gesucht

Der 22-jährige Autofahrer war per Haftbefehl gesucht worden, hatte laut Staatsanwaltschaft eine falsche Identität angegeben und dem Anschein nach versucht, sich der Kontrolle durch die Polizisten zu entziehen. Er war der Polizei wegen "bandenmäßigen Diebstahls" bekannt.

Erneut Ausschreitungen

Ausgebrannte Autos in Nantes | Bildquelle: AFP
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In Nantes wurden mehr als 50 Autos angezündet.

Nach dem Tod des Mannes war es in Nantes wiederholt zu Ausschreitungen gekommen. In der Nacht zum Freitag wurden nach Angaben der Präfektur 52 Fahrzeuge angezündet und sieben Gebäude in verschiedenen Stadtvierteln beschädigt. Die Polizei habe vier Menschen festgenommen, es sei niemand verletzt worden.

Gedenkmarsch in Nantes

Am Vorabend hatten sich laut einem Bericht der Regionalzeitung "Ouest-France" mehr als Tausend Menschen an einem Gedenkmarsch für den 22-Jährigen beteiligt. Premierminister Édouard Philippe versprach "größte Transparenz" bei der Untersuchung des Vorfalls.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Juli 2018 um 06:28 Uhr.

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