Mond | Bildquelle: dpa

"Artemis"-Mission der NASA Fly me to the Moon

Stand: 22.10.2019 10:55 Uhr

Die Ziele sind ehrgeizig: 2024 soll der erste Mensch nach der Apollo-Mission auf dem Mond landen. Der Clou: eine Art Pendlerbus zur Mondoberfläche.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Im Kennedy Space Center in Florida werden schon die Einzelteile zusammengebaut. 2021 soll der erste unbemannte Testflug zum Mond stattfinden. Nicht viel Zeit für die „Artemis“ genannte Mission. Noch passt der Zeitplan, das gesetzte Ziel sei fest im Blick, sagt NASA-Chef Jim Bridenstine : "Das Ziel ist, in fünf Jahren auf dem Mond zu landen. Und 2028 dauerhaft da sein zu können."

Ein Raumschiff als Pendlerbahnhof

Beim Internationalen Astronautenkongress in Washington zieht Bridenstine Zwischenbilanz, sitzt mit seinen Partnern der internationalen Raumfahrtorganisationen auf einem Podium. Bridenstine verteidigt die Entscheidung, künftig ein Raumschiff zur Zwischenlandung um den Mond kreisen zu lassen, genannt Gateway. "Am Ende werden wir am Gateway ein Landesystem haben. Von da kann man zur Oberfläche des Mondes hin und her pendeln", erklärt Breidstein. 

Vielleicht gehe es mit Direktflügen zum Mond schneller. Aber das Landesystem sei flexibel, könne die Astronauten über den Nordpol oder den Südpol des Mondes bringen. Dorthin, wo sehr viel Wasser vorhanden sei, das man dringend für die Zukunft benötige.

Was neu ist: Die NASA entwickelt nicht mehr alles selbst und lässt es dann bauen. Sie lässt private Raumfahrtfirmen entwickeln und kauft dann die Komponenten. Gerade läuft die Ausschreibung für die Kapsel der Astronauten. Und für jedermann, jedes Unternehmen, jeden Staat, soll es ein offenes System werden. "Das wird eine offene Architektur sein. Wie wir den Innenraum kontrollieren, die lebenserhaltenden Systeme. Wie wir fliegen und andocken. Wie wir mit Daten und Kommunikation umgehen. Das alles wird online öffentlich zugänglich sein."

Offen für jeden

Und das wird genutzt werden, davon ist Bridenstine überzeugt. In drei bis sieben Jahren werde Raumfahrt, würden Flüge zum Mond so lukrativ sein, dass sich viele Unternehmen beteiligten. Und die neue Rakete sei von Anfang an für bemannten Raumflug zugelassen. Nichts müsse mehr nachträglich umgebaut werden. "Jede Komponente und Unterkomponente. Vom ersten Tag an eine einsatzfertige Rakete."

Der Astronaut Buzz Aldrin am 21. Juli 1969 (MEZ) auf dem Mond. | Bildquelle: AP
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Der Astronaut Buzz Aldrin am 21. Juli 1969 auf dem Mond. Der vorerst letzte Mensch hat 1972 im Rahmen von Apollo 17 seinen Fuß auf den Mond gesetzt.

Auch Europäer an Bord

Für Jan Wörner, den Chef der europäischen Raumfahrtagentur ESA, steht ebenfalls fest, dass es jetzt wieder los geht. Und er will die europäischen Staaten im Raumfahrtbusiness halten. Aus wissenschaftlichen Gründen, aber auch, weil da Geld verdient werden kann. Airbus beispielsweise liefert das Antriebs- und Servicemodul für die Raumkapsel der Artemis Mission.

"Beim Dorf auf dem Mond werden wir die Interessenten aus der ganzen Welt zusammenbringen. Und zwar in einem für viele Partner offenen System."

Die ESA sieht sich als eine Art Makler für Jobs auf dem Mond. Wörners russischer Kollege Sergej Krikalew ist etwas zurückhaltender. Ja, man wolle mit den amerikanischen Partnern kooperieren - und man leiste ja auch viel für die Internationale Raumstation.

"Das russische Mondprogramm ist noch in der Entwicklung. Dabei wollen wir aber auf jeden Fall mit unseren internationalen Partner kooperieren." So könne man sich mit eigenen Raumschiffen beteiligen.

Das wäre Bridenstine recht. Denn genau das ließe sein Konzept des Gateways aufgehen: Transportraumschiffe legen an, lassen zum Mond transportieren, holen ab. Menschen und Material. Egal ob staatlich oder im kommerziellen Auftrag.

Die NASA auf dem Weg zum Mond
Arthur Landwehr, ARD Washington
22.10.2019 09:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 22. Oktober 2019 um 12:20 Uhr.

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