Erdaufgang über dem Horizont des Mondes  | Bildquelle: dpa

Neues NATO-Einsatzgebiet Abschreckung auch im All

Stand: 19.11.2019 14:24 Uhr

Die NATO will den Weltraum zum neuen Einsatzgebiet erklären. Er sei unentbehrlich für die Verteidigung und Abschreckung. Eigene Waffen wolle man aber nicht im All stationieren.

Der Weltraum soll künftig ein neues Einsatzgebiet der NATO werden. Er erwarte, dass die Minister "den Weltraum als Operationsbereich" anerkennen, sagte Generalsekretär Jens Stoltenberg vor dem Treffen der NATO-Außenminister am Mittwoch in Brüssel.

Der Weltraum sei "unentbehrlich für die Verteidigung und Abschreckung der Allianz". Stoltenberg verwies darauf, dass derzeit rund 2000 aktive Satelliten die Erde umkreisten. "Rund die Hälfte gehören NATO-Ländern." Sie müssten geschützt werden. Eigene Waffen werde die NATO aber nicht im Weltraum stationieren.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg | Bildquelle: AP
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Generalsekretär Stoltenberg betonte die Bedeutung des Weltraums für die NATO.

Im Jahr 2016 hatte das Bündnis bereits den Cyberspace neben den traditionellen Einsatzbereichen Luft, Boden und See zum eigenständigen Operationsgebiet erklärt. Hacker-Angriffe können seitdem auch den Bündnisfall auslösen.

Schutz von Satelliten

Im Juni hatten die NATO-Verteidigungsminister erstmals eine Weltraum-Strategie beschlossen. Das Bündnis will damit vor allem Satelliten schützen, die für die Kommunikation bei Einsätzen, Navigation, Frühwarnsysteme zu Raketenstarts und Lagebilder in Konfliktgebieten wichtig sind. 

Neben den USA bauten zuletzt Russland, China und Indien ihre Fähigkeiten für Weltraumkriege aus. Indien testete im Frühjahr durch das Abschießen eines eigenen Satelliten erfolgreich eine Anti-Satelliten-Rakete. NATO-Vertreter verweisen darauf, dass auch China und Russland Möglichkeiten zur Beeinträchtigung oder Zerstörung von Satelliten getestet haben. Im Oktober 2017 kam ein russischer Satellit einem französisch-italienischen Satelliten für militärische Kommunikation auffällig nahe. Paris bezichtigte Moskau daraufhin der Spionage. 

Strategien der Mitgliedsländer

Zwischen den 1970er- und den 1990er-Jahren hatte die NATO mehrere Satelliten für militärische Kommunikation ins All geschickt. Inzwischen verzichtet das Bündnis aber auf eigene Kapazitäten und nutzt Satelliten der Mitgliedsstaaten.

Zur konkreten Zusammenarbeit mit Ländern wie den USA oder Frankreich wollte Stoltenberg sich vor diesem Hintergrund nicht äußern. Beide Länder setzen verstärkt auf militärische Präsenz im Weltall. Im Juli hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron eine Raumfahrteinheit innerhalb der Luftwaffe angekündigt. US-Präsident Donald Trump hob im August ein eigenes militärisches "Weltraumkommando" aus der Taufe. Es soll laut Trump sicherstellen, dass die Dominanz Amerikas im Weltraum nie bedroht werde.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. November 2019 um 13:00 Uhr.

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