Alexej Nawalny | Bildquelle: picture alliance / AA

Nach Vergiftung Nawalny dankt den Charité-Ärzten

Stand: 19.09.2020 14:37 Uhr

Er habe noch einen längeren Weg vor sich, aber er könne wieder laufen und reden. Der Kreml-Kritiker Nawalny bedankt sich auf Instagram bei seinen behandelnden Ärzten. Wer hinter seiner Vergiftung steckt, ist weiterhin nicht geklärt.

Der Kreml-Kritiker Alexey Nawalny, der in der Berliner Charité wegen einer Vergiftung behandelt wird, ist auf dem Weg der Besserung. Nawalny äußerte sich auf Instagram und dankte den "brillianten Ärzten" der Klinik. "Sie haben mich von einem 'technisch lebendigen Menschen' zu jemandem gemacht, der alle Chancen hat, wieder eine hohe Lebensform der modernen Gesellschaft zu werden", schrieb der 44-Jährige. Noch habe er Schwierigkeiten Treppen zu laufen, noch vor Kurzem habe er aber nicht einmal Menschen erkannt oder begriffen, wie Reden funktioniere.

Genesung wird noch dauern

Nawalny veröffentlichte zusammen mit seinem Statement ein Foto von sich in einem Treppenhaus der Charité. Seine Genesung werde noch eine Weile dauern, teilte er weiter mit. Es gebe noch viele Probleme zu lösen. Das Telefon fühle sich in der Hand an wie ein Stein. "Und selbst Wasser einschenken ist eine richtige Attraktion", heißt es in der Social-Media-Nachricht.

Screenshot | Bildquelle: Alexej Nawalny via Instagram
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Nawalny meldete sich per Instagram aus dem Krankenhaus.

Der russische Oppositionspolitiker befindet seit dem 22. August in Berlin in Behandlung. Wochenlang hatte er in einem künstlichen Koma gelegen. Seit dem 07. September ist er wieder bei Bewusstsein. Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem international verbotenen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Er und sein Team gehen davon aus, dass der Kreml dahinter steckt. Die russische Regierung bestreitet die Vorwürfe jedoch.

Berichte über Vergiftung im Hotel

Zuletzt hatte es Berichte darüber gegeben, dass Nawalny vermutlich in einem Hotel im sibirschen Tomsk vergiftet worden ist. Das Team hatte dort nach eigenen Angaben eine Wasserflasche sichergestellt, bei der Nowitschok-Spuren gefunden worden seien.

Nawalny war nach seiner Abreise aus Tomsk auf einem Flug nach Moskau zusammengebrochen. Schon zu diesem Zeitpunkt äußerten seine Mitreisenden die Vermutung, es könne sich um einen Gift-Anschlag handeln.

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