Alexej Nawalny | Bildquelle: picture alliance / AA

Giftspuren an Wasserflasche Nawalnys Kreml zweifelt an neuen Beweisen

Stand: 18.09.2020 17:07 Uhr

Spuren an einer Wasserflasche in Nawalnys Hotelzimmer sollen deutschen Laboren zufolge beweisen, dass der Kreml-Kritiker in Tomsk vergiftet worden ist. Die russische Regierung bezweifelt das. Die Geschichte enthalte "zu viel Absurdes", so ein Sprecher.

Der Kreml hat Zweifel an neuen Beweisen für eine Vergiftung des Oppositionellen Alexej Nawalny. Sein Team hatte gestern berichtet, dass an einer Wasserflasche in Nawalnys Hotelzimmer in in der sibirischen Stadt Tomsk Spuren des Nervengiftes Nowitschok gefunden worden seien. "Die Geschichte enthält zu viel Absurdes, um jemanden aufs Wort zu glauben", sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge.

"Wir können das nicht aufklären, weil die Flasche, wenn sie es war, ins Ausland gebracht wurde - nach Deutschland oder woandershin", so Peskow weiter. Das, was als Beweis für eine Vergiftung gelten solle, sei mitgenommen worden. "Toxikologen sagen, eine Flasche mit Spuren eines chemischen Kampfstoffes kann man nicht einfach irgendwo hinbringen", sagte der Kreml-Sprecher. Regierungssprecher Steffen Seibert wollte keine Angaben zu dem Verbleib der Wasserflasche machen.

Wasserflaschen in einem Hotelzimmer in Tomsk | Bildquelle: @navalny / AFP
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In Nawalnys Hotelzimmer wurden diese Wasserflaschen gefunden. An einer sollen Spuren des Nervenkampfstoffs Nowitschok nachgewiesen worden sein, hieß es in einem von Nawalnys Instagram-Konto verbreiteten Video.

Russland fordert Ergebnisse der Untersuchung

Unterstützer Nawalnys hatten am Donnerstag in einem Instagram-Video mitgeteilt, dass man in dem Hotel in Tomsk Flaschen und andere Gegenstände sichergestellt habe, nachdem Nawalny auf einem Inlandsflug nach Moskau zusammengebrochen war. Ein deutsches Labor habe die Nowitschok-Spuren an der Wasserflasche nachgewiesen, hieß es.

Die Regierung in Moskau behauptete zuletzt immer wieder, Nawalny sei womöglich erst nach seiner Abreise vergiftet worden und nicht in Russland.

Russische Ärzte hatten nach eigener Darstellung keine Hinweise auf eine Vergiftung gefunden. Kreml-Sprecher Peskow sagte, Aufschluss könne es nur geben, wenn Deutschland die Ergebnisse der Untersuchung Russland zur Verfügung stelle.

Nawalny wird seit dem 22. August in der Berliner Charité behandelt. Wochenlang lag er im künstlichen Koma. Mittlerweile geht es ihm besser. Nach Angaben von Speziallaboren wurde er mit einem international verbotenen Nervenkampfstoff der Nowitschok-Gruppe vergiftet. Russland bestreitet Vorwürfe, etwas mit dem Fall zu tun zu haben.

Vergiftung von Nawalny: Wasser statt Tee
Palina Milling, WDR
18.09.2020 23:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 18. September 2020 um 10:10 Uhr, 15:24 Uhr und 16:05 Uhr.

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