Waffengeschäft in Christchurch, Neuseeland | Bildquelle: REUTERS

Nach Anschlag mit 50 Toten Neuseeland verbietet Sturmgewehre

Stand: 22.03.2019 03:00 Uhr

Nach dem Anschlag auf zwei Moscheen mit 50 Toten werden in Neuseeland mit sofortiger Wirkung alle Sturmgewehre und halbautomatischen Waffen verboten. Das kündigte Premierministerin Ardern an.

Neuseeland verbietet in einer ersten Reaktion auf das Massaker in zwei Moscheen in Christchurch ab sofort alle Sturmgewehre und halbautomatischen Gewehre. Wie Premierministerin Ardern mitteilte, soll das Gesetz dazu im kommenden Monat in Kraft treten. Bis dahin sei eine Übergangsregelung vorgesehen.

Ein Rechtsextremist aus Australien hatte am vergangenen Freitag 50 Menschen erschossen und Dutzende weitere verletzt. Der festgenommene Verdächtige habe seine Waffen auf legale Art durch einen einfachen Online-Einkauf erworben und deren Leistung durch spezielle Magazine erhöht, sagte Ardern.

Rückkaufprogramm geplant

Mit dem sofortigen Verbot soll verhindert werden, dass derartige Waffen gehortet werden. Auch spezielle Zurüstteile, mit denen Gewehre zu militärischen Waffen aufgerüstet werden können, sollen unter das Verbot fallen.

Von der Regierung werde ein Plan erarbeitet, um Waffen aus Privatbesitz der Bürger aufzukaufen. "Kurz gesagt, wird jede Art von halbautomatischen Waffen, die bei dem Terroranschlag am vergangenen Freitag benutzt wurde, in diesem Land verboten", schloss sie ihre Erklärung.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern. | Bildquelle: AFP
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Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern hat Sturmgewehre und halbautomatische Waffen mit sofortiger Wirkung verboten. (Archivbild)

Schweigeminuten und nationale Trauerfeier

Erst am Mittwoch waren die ersten Opfer des Terroranschlags beerdigt worden. Eine Woche nach der Tat will Neuseeland am Freitag zwei Schweigeminuten einlegen. Zur Tatzeit soll das ganze Land stillstehen. Ardern kündigte auch an, dass es später eine nationale Trauerfeier geben soll.

Einer der Imame in Christchurch sagte, er erwarte beim Freitagsgebet 3000 bis 4000 Besucher, davon viele aus dem Ausland. Er habe die Pläne für den Gottesdienst mit den Behörden besprochen und gehe davon aus, dass er in einem großen Park gegenüber der Al-Noor-Moschee stattfinden werde, sagte Gamal Fouda.

Die Moschee war das erste Ziel des mutmaßlichen rechtsextremistischen Terroristen gewesen. Mitglieder der Linwood-Moschee, in der der Täter ebenfalls mehrere Menschen tötete, würden sich den gemeinsamen Gebeten anschließen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. März 2019 um 05:30 Uhr.

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