Rettungsteams in Schutzkleidung auf der mit Asche bedeckten Insel White Island | Bildquelle: AFP

Vulkanausbruch in Neuseeland Retter bergen sechs der Opfer

Stand: 13.12.2019 08:03 Uhr

Die Gefahr ist groß, dass der Vulkan auf der neuseeländischen Insel White Island erneut ausbricht - dennoch haben sich Retter auf die Insel gewagt. Sie bargen sechs der acht dort vermuteten Leichen.

Ein Rettungsteam in Schutzkleidung und mit Atemgeräten ist per Hubschrauber auf die neudeeländische Insel White Island geflogen und hat sechs Leichen entdeckt. Die Körper wurden auf ein nahe gelegenes Schiff transportiert. Allerdings seien zwei weitere auf der Vulkaninsel vermutete Tote nicht gefunden worden, teilte die Polizei mit.

Der Polizeipräsident von Whakatane, Mike Bush, sagte: "Der Einsatz lief nach Plan. Aber er ist noch nicht vorbei." Noch heute sollte die Suche aus der Luft fortgesetzt werden.

Das Nationale geologische Gefahrenüberwachungssystem Geonet warnte weiter vor einem erneut möglichen Ausbruch von Neuseelands aktivstem Vulkan. Die Mission war auch deshalb riskant, zudem hatten Wissenschaftler gewarnt, dass die Luft auf der Insel nach dem Vulkanausbruch so giftig sei, dass ein einzelner Atemzug tödlich sein könne.

Militärhubschrauber landet auf Flugplatz | Bildquelle: dpa
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Nach der Rettungsmission landete der Hubschrauber unbeschadet in Whakatane.

Behörden gehen von 16 Toten aus

Am Montag war der Vulkan ausgebrochen, Dampf und Asche waren mehr als 3500 Meter hoch in die Luft geschleudert worden. Auch in den folgenden Tagen spuckte der Vulkan immer wieder Dampf und Schlamm. Mit den sechs gefundenen Todesopfern ist der Tod von 14 Menschen bestätigt. Die Retter gehen davon aus, dass zwei weitere Vermisste auf der Insel ebenfalls tot sind.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind immer noch 17 Verletzte zur Behandlung in vier Krankenhäusern in Neuseeland, 13 weitere australische Patienten wurden in Kliniken in ihre Heimat nach Sydney und Melbourne gebracht. Einige befänden sich in kritischem Zustand, sie erlitten schwere Verbrennungen.

Dampf steigt aus dem Vulkan der neuseeländischen Insel White Island. | Bildquelle: AFP
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Bereits im November eine erhöhte vulkanische Aktivität auf White Island festgestellt.

In den vergangenen Tagen hatten Angehörige der Opfer den Druck erhöht, die Toten von der Insel zu holen. Befürchtet wurde, dass sie bei einer neuen Eruption für immer verschwunden sein könnten.

Vulkaninsel war beliebte Touristenattraktion

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sagte, es sei zu früh, um zu sagen, ob die Regierung die Touren nach White Island stoppen werde. Der Vulkan werde seit fast 30 Jahren besucht. Aber es gebe Fragen, "die beantwortet werden müssen und werden". Zunächst gehe es aber darum, die Opfer wieder mit den Hinterbliebenen zu vereinen.

Der Inselstaat Neuseeland liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Der Vulkan gilt als gefährlichster des Landes. Er war seit einiger Zeit wieder verstärkt aktiv, trotzdem fuhren immer wieder Boote mit Ausflüglern dorthin. Das Betreten der Insel war nur mit ausgebildeten Führern gestattet. Das Eiland in Privatbesitz ist nunmehr als Todeszone komplett gesperrt. Es war allerdings der erste tödliche Ausbruch seit 1914 - damals kamen zehn Bergarbeiter ums Leben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Dezember 2019 um 08:00 Uhr.

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