In Las Vegas und ganz Nevada finden heute Vorwahlen im US-Präsidentschaftswahlkampf statt. | Bildquelle: AFP

US-Vorwahlen Landet Sanders in Nevada den nächsten Big Point?

Stand: 22.02.2020 05:01 Uhr

In Las Vegas und seinem US-Bundesstaat Nevada findet heute die nächste Vorwahl im Präsidentschaftswahlkampf statt. Erstmals kommen hier auch Minderheiten wirklich zu Wort. Der linke Senator Sanders gilt als Favorit.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles, z.Zt. Las Vegas, Nevada

Einen Tag vor den Vorwahlen in Nevada hat Präsident Trump versucht, den Kandidaten der Demokraten die Schau stehlen. Eigens kam Trump für einen Wahlkampfauftritt nach Las Vegas geflogen, um dort im Messezentrum zu seinen Anhängern zu sprechen.

Wie üblich machte sich der US-Präsident über die demokratischen Präsidentschaftskandidaten lustig. Allen voran - Multimilliardär Michael Bloomberg, der am Mittwoch in seiner ersten Fernsehdebatte eine schlechte Figur machte. "Wir haben einen neuen: Mini Mike", sagt Trump. Und dann ahmt er den ehemaligen Bürgermeister von New York nach.

Russlands Einfluss sorgt für Verwirrung

Mittlerweile ist auch das Thema: russische Wahleinmischung wieder ganz oben auf der Tagesordnung. Die US-Geheimdienste haben anscheinend Hinweise, dass Moskau sich wieder mit Desinformationskampagnen einmischen will. Für Trump ist klar: Nicht Putin sorge da für Desinformation, es seien die Demokraten, die diese Gerüchte streuten. Putin wolle doch viel lieber Bernie Sanders unterstützen, sagt Trump. Schließlich habe der seine Hochzeitreise in Moskau verbracht.

Die "Washington Post" berichtet in ihrer Wochenendausgabe, dass US-Regierungsbeamte Senator Sanders darüber informiert hätten, Moskau versuche sich, als Teil einer Desinformationskampagne auch in dessen Wahlkampf einzumischen. Sanders war nach eigenen Worten bereits vor gut einem Monat gebrieft worden. Im kalifornischen Bakersfield sagte er: "Meine Botschaft an Russland: Halten sie sich aus den US-Wahlen heraus. Moskau versucht da wieder etwas schmutziges, in dem sie uns spalten wollen. Das haben sie 2016 gemacht und das ist das Schlimmste."

Erstmals haben auch Minderheiten das Wort

In wenigen Stunden wollen die Demokraten in Nevada ihre Vorwahlen abhalten. Als haushoher Favorit gilt der 78-jährige Sanders. Er könnte 30 und mehr Prozent in dem Bundesstaat holen. Ex-Vizepräsident Joe Biden, Senatorin Elisabeth Warren und der frühere Bürgermeister Pete Buttigieg sollen mit deutlichem Abstand folgen.

Nevada könnte richtungsweisend sein: Hier gibt es anders als in Iowa und New Hampshire eine große Latino-Community sowie einen höheren Anteil an Afro-Amerikanern. Ein gutes Ergebnis für Sanders, der besonders von jungen Menschen unterstützt wird, könnte seinem Wahlkampf zu weiterem Auftrieb verhelfen. 

Vorwahlen im US-Bundesstaat Nevada
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
22.02.2020 09:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Februar 2020 um 06:21 Uhr.

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