Pink singt die Nationalhymne | Bildquelle: AFP

Geldstrafen für Sportler NFL verbietet Proteste während der US-Hymne

Stand: 23.05.2018 21:47 Uhr

Spieler der nordamerikanischen Football-Profiliga NFL sollen künftig während des Abspielens der Nationalhymne stehen. Wer aus Protest kniet, werde bestraft, teilte der Verband mit. Nicht alle Clubs nehmen das so hin.

Es begann am 14. August 2016: Colin Kaepernick, damals erfolgreicher Quarterback der San Francisco 49ers, kniete sich vor dem Spiel beim Abspielen der Nationalhymne hin, um gegen Polizeigewalt, Rassismus und soziale Ungleichheit zu protestieren.

In den Wochen und Monaten schlossen sich Dutzende Spieler an, auf dem Höhepunkt der Proteste waren es etwa 200. Die Aktionen veranlassten US-Präsident Donald Trump, die Spieler über Twitter und in Ansprachen zu beschimpfen und von den Clubbossen die Entlassung Protestierender zu verlangen.

San Francisco 49ers' Colin Kaepernick (7) und Eric Reid (35) knien während der US-Nationalhymne vor einem NFL-Spiel. | Bildquelle: AP
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San Francisco 49ers' Colin Kaepernick (7) und Eric Reid (35) knien während der US-Nationalhymne vor einem NFL-Spiel.

Trump forderte die Liga dazu auf, die Proteste zu verbieten, die NFL folgte ihm aber nicht - bis jetzt. Sollten sie als ein Zeichen des Protests knien, würden die Vereine bestraft, teilte NFL-Commissioner Roger Goodell beim NFL-Frühjahrstreffen in Atlanta mit. Anders als bisher müssen die Spieler aber zur Hymne nicht mehr aufs Feld kommen, sie können stattdessen auch in der Kabine bleiben.

Stehen - oder in der Kabine bleiben

Goodell erklärte, die Proteste auf dem Feld hätten leider den Eindruck erweckt, dass Tausende Spieler der NFL unpatriotisch seien: "Das ist und war nie der Fall." Wer in der kommenden Saison auf dem Feld stehe, habe Respekt für die Flagge und die Hymne zu zeigen.

Wer sich entscheide, nicht stehen zu wollen, habe bis zum Ende der Hymne in der Kabine zu bleiben. Diese Entscheidung werde es ermöglichen, sich wieder auf das Spiel und auf die Athleten zu konzentrieren, erklärte Goodell - und auf die Fans, die das Spiel genießen wollten.

Spieler wurden nicht gefragt

Die NFL fällte ihre Entscheidung ohne Beteiligung der Spielergewerkschaft. Es ist unklar, wie die Athleten reagieren werden. Jed York, Besitzer der San Francisco 49ers erklärte bereits, er habe sich bei der ansonsten einstimmigen Abstimmung enthalten. Er glaube, dass Spieler und Offizielle bei der Angelegenheit Mitspracherecht haben sollten.

Der Vorsitzende der New York Jets, Christopher Johnson, hatte im März erklärt, dass eine Änderung des Hymnenprotokolls unangebracht sei, stimmte dann aber doch für die neue Regel. Er wolle jedoch alle Geldstrafen übernehmen, falls seine Spieler doch protestieren sollten, sagte er nun.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in der Sendung "Sport am Wochenende" am 2. April 2018 um 19:40 Uhr.

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