Nicaraguas Präsident Ortega | Bildquelle: REUTERS

Ortega zur Krise in Nicaragua "Bischöfe sind Verbündete der Putschisten"

Stand: 20.07.2018 11:59 Uhr

Nach den Unruhen in Nicaragua wirft Präsident Ortega den Bischöfen des Landes vor, einen "Staatsstreich" zu unterstützen. Sie hätten sich mit den "Putschisten" verbündet. Kirchen dienten als Waffenlager.

Im Konflikt mit Regierungsgegnern hat der nicaraguanische Präsident Daniel Ortega katholische Würdenträger als Verbündete der "Putschisten" kritisiert. "Ich dachte, sie wären Vermittler, aber nein, sie fühlen sich den Putschisten verpflichtet. Sie waren Teil des Putschisten-Plans", sagte Ortega bei einer Feier zum 39. Jahrestag der Nicaraguanischen Revolution gegen die Diktatur des Somoza-Clans.

Die katholische Kirche habe sich vor dem Hintergrund der Unruhen im Land durch ihre Handlungen als Vermittler disqualifiziert. Ortega warf den Geistlichen konkret vor, Kirchengebäude als Waffenlager und für Angriffe genutzt zu haben. Er erklärte weiter, die Bischöfe hätten ihm ein Ultimatum gestellt, bis zu dem er vorgezogene Wahlen verkünden sollte.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP machte Ortega auch "Satanisten" für die Unruhen verantwortlich. Sie müssten "exorziert" werden, forderte der Präsident.

Ausnahmezustand in Nicaragua - Massenproteste gegen Ortega
tagesschau 17:00 Uhr, 20.07.2018, Steffi Fetz, SWR

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Sozialkürzungen als Auslöser der Unruhen

Die Demonstrationen hatten Mitte April begonnen. Während die Proteste sich zunächst gegen geplante Sozialkürzungen richteten, entwickelten sie sich zunehmend zu Protesten gegen den Präsidenten selbst. Kritisiert wird sein autoritärer Führungsstil. Bürgerrechtler fordern Ortegas Rücktritt und vorgezogene Neuwahlen. Ortega lehnt dies ab.

In der vergangenen Woche waren die Regierungskräfte hart gegen Oppositionelle vorgegangen. Regierungskritische Studenten wurden aus der Autonomen Universität in Managua vertrieben. In einem aufständischen Viertel der Stadt Masaya wurde die Kontrolle zurückgewonnen.

Nicaragua Demonstranten | Bildquelle: Jorge Torres/EPA-EFE/REX/Shutter
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Unter den Demonstranten sind viele Jugendliche, die den Führungsstil Ortegas kritisieren.

Nicaragua Protest | Bildquelle: Jorge Torres/EPA-EFE/REX/Shutter
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Bei den Unruhen wurden viele Menschen getötet.

"Es war ein schmerzhafter Kampf", sagte Ortega mit Blick auf die Niederschlagung der Proteste durch die Sicherheitskräfte. Die Regierung sei mit einer bewaffneten Verschwörung konfrontiert worden, die in In- und Ausland finanziert worden sei. Wer dahinter stecke, sei der Regierung bekannt. Menschenrechtler schätzen, dass infolge der Kämpfe rund 350 Menschen getötet wurden. Die Regierung spricht von mehr als 200. Bewaffnete regierungsnahe Motorradgangs werden für einen Großteil der Morde bei den Protesten verantwortlich gemacht. Die Kirche nahm eine Vermittlerrolle zwischen den Konfliktparteien an.

Weihbischof: Verleumdung kann Kirche nichts anhaben

Der Weihbischof in der Hauptstadt Managua, Silvio José Báez, schrieb bei Twitter, Verleumdung könne der Kirche nichts anhaben. Sie leide aber mit jenen, die ermordet worden oder vor Unterdrückung geflohen seien, mit weinenden Familien und mit unrechtmäßig Inhaftierten.

Der Generalsekretär der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), Luis Almagro, schrieb bei Twitter, alle Konfliktparteien müssten an den von der Bischofskonferenz in Nicaragua vermittelten Verhandlungstisch zurückkehren. Die OAS hatte am Mittwoch eine Resolution verabschiedet, in der die Menschenrechtsverstöße der nicaraguanischen Polizei im Konflikt mit Regierungsgegnern verurteilt worden waren. Auch die Drohungen gegen Bischöfe wurden darin beklagt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Juli 2018 um 08:11 Uhr.

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