Ausgebranntes Fahrzeug | Bildquelle: AFP

Überfall in Westafrika Entwicklungshelfer in Niger getötet

Stand: 10.08.2020 12:02 Uhr

Unbekannte haben ein Fahrzeug der französischen Hilfsorganisation ACTED im Gebiet von Kouré in Niger überfallen. Sie töteten acht Menschen, unter ihnen sechs Franzosen. Präsident Macron Präsident Macron will die Tat untersuchen lassen.

Bei einem Angriff im westafrikanischen Niger sind acht Menschen getötet worden, unter ihnen sechs französische und ein nigrischer Entwicklungshelfer sowie ihr einheimischer Reiseführer, wie die französische Hilfsorganisation ACTED und ihre in Genf ansässige Partnerorganisation IMPACT mitteilten. Der Überfall ereignete sich im Gebiet von Kouré.

Nach Angaben des Gouverneurs der Region Tillabéri, Tijani Ibrahim Katiella, waren die Helfer touristisch unterwegs. Laut dem nigrischen Innenministerium besuchten sie ein Giraffenreservat. In dem Gebiet leben die letzten Herden der westafrikanischen Giraffen.

Aus Kreisen von Naturschützern hieß es, der Angriff habe sich sechs Kilometer östlich der Stadt Kouré ereignet. Fast alle Opfer seien erschossen worden. Einer Frau sei zunächst die Flucht gelungen, bevor die Angreifer sie eingeholt und sie dann auch getötet hatten. Die Identität der Angreifer ist bisher nicht bekannt. Sie sollen auf Motorrädern durch das Buschland gekommen sein und hätten dann an der Straße auf die Touristen gewartet.

Überfall Touristen | Bildquelle: AFP
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Das Fahrzeug der Hilfsorganisation, mit dem die Touristen unterwegs waren, ist ausgebrannt.

Die französische und die nigrische Regierung verurteilten die Morde. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron versprach laut einem Bericht des Senders RFI, alles zu tun, um die Hintergründe des Vorfalls zu untersuchen. Er werde den Kampf gegen Terrorismus im Sahel unvermindert fortzusetzen.

Ausnahmezustand in der Region seit 2017

Die Region Tillabéri ist ein politisch instabiles Gebiet. Sie liegt im Grenzgebiet zwischen dem Niger, Burkina Faso und Mali und ist ein Rückzugsort für Islamisten - unter anderem für die Extremistengruppe EIGS, die der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) die Treue geschworen hat. In Teilen der Region gilt bereits seit 2017 der Ausnahmezustand. Grund dafür sind die anhaltenden Angriffe von Terroristen. Erst Ende Juni waren zehn Mitarbeiter einer lokalen Hilfsorganisation entführt worden.

Acht Menschen bei Überfall in Niger getötet - darunter französische Touristen
Dunja Sadaqi, ARD Rabat
09.08.2020 20:10 Uhr

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Mit Informationen von Dunja Sadaqi, ARD-Studio Nordwestafrika

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. August 2020 um 20:00 Uhr.

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