Tatort in Nizza. | Bildquelle: picture alliance/dpa

Nach Messer-Attacke in Nizza Suche nach Komplizen des Tatverdächtigen

Stand: 30.10.2020 11:17 Uhr

Französische Anti-Terror-Einheiten haben weitere Details zum Tatverdächtigen des Anschlags in Nizza ermittelt. Zudem soll ein weiterer Mann festgenommen worden sein. Auch die tunesische Regierung leitet Untersuchungen ein.

Die Anti-Terror-Ermittler setzen nach der Messer-Attacke in Nizza einen Schwerpunkt ihrer Ermittlungen auf das Umfeld des Tatverdächtigen. Sie versuchen zu klären, ob er möglicherweise von Komplizen unterstützt wurde.

Da der Tatverdächtige laut der Dokumente, die er bei sich trug, aus Tunesien stammt, kündigte auch der tunesische Staatsanwalt Mohsen Dali an, dass Ermittlungen wegen des Verdachts eingeleitet würden, "dass ein Tunesier einen Terrorakt außerhalb des Landes verübt" habe.

Anspannung in Frankreich nach den Terror-Anschlägen
tagesschau 16:00 Uhr, 30.10.2020, Friederike Hofmann, ARD Paris

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Weitere Festnahme in Frankreich

Die französische Polizei nahm nzwischen einen weiteren Mann in Gewahrsam. Der 47-Jährige werde verdächtigt, am Tag vor der Tat mit dem mutmaßlichen Täter in Kontakt gestanden zu haben, sagte ein Sprecher der Justizbehörden.

Zum mutmaßliche Attentäter hatte der französische Anti-Terror-Staatsanwalt Jean-François Ricard am Abend die bisherigen Ermittlungsergebnisse bekannt gegeben. Der Verdächtige sei ein 1999 geborener Tunesier, der am 20. September auf der italienischen Insel Lampedusa eingetroffen und am 9. Oktober in die süditalienische Hafenstadt Bari gereist sei, teilte Ricard auf einer Pressekonferenz mit. Die Reiseangaben seien aus einem Dokument zu dem Mann vom italienischen Roten Kreuz.

Der von Polizisten schwer verletzte Terrorverdächtige kam in ein Krankenhaus und schwebt in Lebensgefahr, so Ricard.

Höchste Terrorwarnstufe

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Vormittag bei einem nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrat über das weitere Vorgehen beraten. Im Land wurde die höchste Terrorwarnstufe ausgerufen.

Erst Mitte des Monats hatte die brutale Ermordung des Lehrers Samuel Paty weltweit großes Entsetzen ausgelöst. Das Motiv des 18-jährigen Angreifers war den Ermittlern zufolge, dass Paty in einer Unterrichtsstunde zum Thema Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt hatte. Patys Leiche war enthauptet aufgefunden worden.

Anti-Terror-Staatsanwalt spricht von Enthauptung

Der neue Angriff ereignete sich am Donnerstag gegen 9.00 Uhr in der Kirche Notre-Dame im Zentrum von Nizza. Der mutmaßliche Attentäter habe "Allahu akbar" ("Gott ist groß") gerufen. Einer 60-jährigen Frau sei die Kehle durchgeschnitten worden, Ricard sprach von einer Art Enthauptung. Auch der getötete 55-jährige Küster wurde schwer am Hals verletzt. Ein drittes, schwer verletztes Opfer sei noch geflüchtet. Die 44-Jährige sei dann außerhalb der Kirche ihren Verletzungen erlegen.

Kein Hinweis auf Terror-Hintergrund in Avignon

Auch in Avignon hatte es am Donnerstag eine Gewalttatgegeben. Die Polizei tötete einen Mann, der Passanten mit einer Waffe bedroht haben soll. Es gab Polizeikreisen zufolge allerdings vorerst keine Hinweise auf einen Terrorhintergrund. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete, der Mann habe psychische Probleme gehabt und laut Staatsanwaltschaft wirre Äußerungen gemacht.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 30. Oktober 2020 um 09:00 Uhr.

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