Nordkoreaner ziehen einen Karren (Archivbild vom 22.11. 2017). | Bildquelle: AFP

UN-Bericht zu Nordkorea Schlechteste Ernte seit zehn Jahren

Stand: 06.03.2019 07:29 Uhr

Seit langem sind in Nordkorea Lebensmittel knapp - doch nun hat sich die Lage laut UN noch einmal zugespitzt. 43 Prozent der Nordkoreaner gelten als unter- und mangelernährt. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Nordkorea verzeichnet nach Angaben der Vereinten Nationen die schlechteste Ernte seit mehr als einem Jahrzehnt. Dadurch sei eine große "Lebensmittel-Lücke" entstanden, zitiert die Nachrichtenagentur AFP den zuständigen UN-Koordinator Tapan Mishra.

Laut UN-Bericht ging die gesamte Erntemenge im vergangenen Jahr um 500.000 Tonnen auf 4,95 Millionen Tonnen zurück. In Nordkorea herrscht seit langem eine Lebensmittelknappheit. Nun spitzt sich die Lage laut UN-Informationen aber weiter zu. Gleichzeitig fehle Geld für Hilfslieferungen. Im vergangenen Jahr sei nur knapp ein Viertel des Finanzbedarfs gedeckt worden.

Anwohner auf einer Straße in Nordkorea | Bildquelle: picture alliance / Valery Sharif
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In Nordkorea mangelt es an Lebensmitteln - und die Lage spitzt sich zu, warnen die Vereinten Nationen.

Fast die Hälfte der Bevölkerung betroffen

Mittlerweile sollen 10,9 Millionen Nordkoreaner auf humanitäre Hilfe angewiesen sein - eine Steigerung um 600.000. Damit wären insgesamt 43 Prozent der Bevölkerung des international isolierten Landes unter- und mangelernährt.

Als Gründe für die schlechte Ernte nennen Experten den Mangel an landwirtschaftlich nutzbarem Land und ineffizienten Anbau. Das Land ist relativ bergig, nur 20 Prozent der Fläche gelten überhaupt als landwirtschaftlich nutzbar. Außerdem fehlt es an moderner Technologie und Düngemitteln. Kritiker werfen der Führung in Pjöngjang auch vor, sie habe jahrzehntelang auf Kosten der Bevölkerung die Armee ausgebaut und das Atomwaffenprogramm vorangetrieben.

Im vergangenen Jahr gab es außerdem Hitzewellen in Nordkorea. Im Juli und August kam es zu heftigen Regenfällen und Überschwemmungen durch einen Taifun. Dabei wurde ein Teil der landwirtschaftlich genutzten Flächen zerstört.

Lebensmittel stark rationiert

Vor zwei Wochen hatte bereits die Welthungerhilfe die Lebensmittelversorgung in Nordkorea als bedenklich bezeichnet. "Die Regierung hat angekündigt, die Tagesration auf 300 Gramm zu kürzen", sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das sei eine Halbierung der Tagesration von Reis, Weizen oder Kartoffeln.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. März 2019 um 06:00 Uhr in den Nachrichten.

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