Fernsehübertragung in Nordkorea: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un beobachtet den Raketentest. | Bildquelle: dpa

Nordkorea Raketentests gehen offenbar in Serie

Stand: 03.08.2019 08:32 Uhr

Den vierten Raketentest innerhalb weniger Tage hat das Regime in Nordkorea gemeldet. Am frühen Morgen sei ein neu entwickeltes System getestet worden. US-Präsident Trump sieht darin kein Problem.

Nordkorea hat am frühen Morgen nach eigenen Angaben erneut ein neues Raketensystem getestet. Die Übung sei zur "großen Zufriedenheit" von Machthaber Kim Jong Un verlaufen, der den Ablauf zusammen mit führenden Parteivertretern persönlich verfolgt habe, berichtete die Staatsagentur KCNA.

Bei dem Test des neu entwickelten Mehrfach-Raketensystems sei es vor allem darum gegangen, den Flugverlauf in größeren Höhen und die Trefferwirkung zu überprüfen, hieß es. Details zu dem System wurden nicht genannt.

Fernsehbilder vom Raketentest in Nordkorea am 2. August 2019 | Bildquelle: AP
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Am Bahnhof im südkoreanischen Seoul werden Fernsehbilder vom Raketentest in Nordkorea gezeigt.

Angebliche Neuentwicklungen

Nordkorea hat damit bereits den vierten Raketentest innerhalb weniger Tage durchgeführt. In der vergangenen Woche hatte Nordkorea bereits Raketen abgefeuert und dies als Reaktion auf für August geplante gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA dargestellt.

Zwei Raketen wurden am Mittwoch als Test eines neuen Raketenstartsystems präsentiert, das nach Angaben der Staatsagentur KCNA eine Schlüsselrolle für militärische Bodenoperationen einnehmen soll. Am Freitagmorgen folgte der dritte Raketentest.

Start von ballistischen Raketen laut UN-Resolution verboten

UN-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atomwaffen getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

US-Präsident Donald Trump sieht in den jüngsten Raketentests keinen Verstoß gegen seine Vereinbarung mit dem nordkoreanischen Machthaber. Bei dem Treffen mit Kim in Singapur im Juni 2018 seien Kurzstreckenraketen nicht besprochen worden, schrieb Trump auf Twitter. Womöglich würden die Tests zwar gegen UN-Resolutionen verstoßen. "Aber der Vorsitzende Kim will mich nicht mit einem Vertrauensbruch enttäuschen, Nordkorea hat viel zu viel zu gewinnen - das Potenzial als Land unter Kim Jong Uns Führung ist unbegrenzt."

Weiter schmeichelte Trump dem nordkoreanischen Machthaber: "Ich kann mich täuschen, aber ich glaube, dass der Vorsitzende Kim eine großartige und schöne Vision für sein Land hat und nur die Vereinigten Staaten, mit mir als Präsident, können diese Vision Wirklichkeit werden lassen. Er wird das Richtige tun, weil er viel zu schlau ist, es nicht zu tun, und er will seinen Freund, Präsident Trump, nicht enttäuschen."

Experte: "Sorgfältig kalibrierte Provokationen"

Nordkorea-Experte Go Myong-hyun von der Seouler Denkfabrik Asan Institute wertet Trumps Reaktion als taktischen Fehler, weil es dem Regime im Pjöngjang de facto einen "Freibrief" für weitere Tests von Kurzstreckenraketen gebe. "Die Provokationen sind sorgfältig kalibriert. Nordkorea wird weiter eskalieren, solange die USA bei den Denuklearisierungsverhandlungen nicht ihre Position verändern."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. August 2019 um 08:00 Uhr.

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