Ein südkoreanischer Soldat steht vor einem Bildschirm, auf dem US-Präsident Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim zu sehen sind. | Bildquelle: AFP

Nordkorea-Konflikt Gipfeltreffen in Schweden?

Stand: 15.03.2018 15:40 Uhr

Nordkoreas Außenminister ist überraschend für zwei Tage nach Stockholm gereist. Der Besuch weckt Spekulationen, dass Schweden die Bühne für ein Gipfeltreffen zwischen den USA und Nordkorea werden könnte.

Von Thomas Mohr, ARD-Studio Stockholm

Wie wichtig die Mittlerrolle Schwedens zwischen den USA und Nordkorea ist, zeigte sich bereits Anfang März beim Besuch des schwedischen Ministerpräsidenten Stefan Löfven in Washington. Dort bedankte sich US-Präsident Donald Trump explizit für die Hilfe, die Schweden bei der Freilassung inhaftierter Amerikaner in Nordkorea geleistet hatte.

Dass ausgerechnet Schweden eine so wichtige Mittlerrolle bei Konflikten zwischen den USA und Nordkorea einnimmt, habe jedoch eine lange Tradition, sagt Anders Ask, Auslandexperte vom Sveriges Radio. Schließlich sei Schweden das westliche Land, welches am längsten eine Botschaft in Nordkoreas Hauptstadt habe - bereits seit den 1970er-Jahren. "Damit hat es die gewichtige Rolle als Brücke zwischen den Parteien erhalten", so Ask.

Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho | Bildquelle: AP
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Nordkoreas Außenminister Ri Yong Ho hält sich momentan in Stockholm auf.

Es soll bereits Vorgespräche gegeben haben

Nun ist also der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho in Stockholm, um sich zu Gesprächen mit der schwedischen Außenministerin Margot Wallström zu treffen. Angeblich hatte es auch schon Vorbereitungsgespräche auf niedrigerer Ebene gegeben.

"Der Besuch ist für zwei Tage angesetzt. Offiziell sagt das Außenministerium, dass es um Verhandlungen über Schwedens Rolle als Schutzmacht für die USA und andere Länder geht", erläutert Ask. "Schweden vertritt die Interessen dieser Länder in Nordkorea und vermittelt zwischen den Parteien."

Doch vielleicht geht es auch um viel mehr. Vor gut einer Woche hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un seine Bereitschaft bekräftigt, einen vorläufigen Stopp für sein Kernwaffenprogramm auszusprechen. Die Bedingung: Die USA müssten ihrerseits Abrüstungsgesprächen zustimmen. Der US-Präsident hatte daraufhin seine Bereitschaft zu einem solchen Spitzentreffen signalisiert.

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"Schweden könnte weiterhin als Brücke fungieren"

Wird es also zu einem Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un in Stockholm kommen? Das sei nicht unwahrscheinlich, sagt Auslandexperte Ask. "Es wird spekuliert, dass es Gespräche über das bevorstehende Spitzentreffen zwischen Kim und Trump gehen wird." Außerdem werde darüber spekuliert, ob Schweden eine führende Rolle dabei spielen könne, vielleicht sogar als Gastgeber. "Schweden könnte weiterhin als Brücke fungieren, indem es die notwendigen Vorgespräche für das Spitzentreffen arrangiert", so Ask.

Wo das Treffen zwischen Wallström und Ri stattfindet, ist nicht bekannt. Auch wird es keine Pressekonferenz geben. Aber Schweden ist zurzeit Mitglied im UN-Sicherheitsrat - und als neutraler Vermittler in internationalen Krisensituationen hat sich das Land bereits in der Vergangenheit mehrfach einen Namen gemacht.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. März 2018 um 12:27 Uhr.

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