Kim Jong Un und Moon | Bildquelle: dpa

Gipfel in Pjöngjang Nordkorea will Atomanlage schließen

Stand: 19.09.2018 07:38 Uhr

Die Staatschefs von Nord- und Südkorea haben sich auf Abrüstungsschritte geeinigt. Nordkorea will offenbar seine wichtigste Atomanlage schließen. Auch eine gemeinsame Olympia-Bewerbung wird angestrebt.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat auf dem Gipfel mit Südkoreas Präsident Moon Jae In offenbar zugesagt, seine wichtigste Atomanlage in Yongbyon zu schließen. Voraussetzung: Die USA müssten im Gegenzug auch zu einem Entgegenkommen bereit sein, sagte Moon.

In dem Komplex von Yongbyon stehen ein Atomreaktor und eine Wiederaufbereitungsanlage, die atomwaffenfähiges Plutonium erzeugen können, sowie eine Anlage zur Anreicherung von Uran, das ebenfalls zum Atomwaffenbau verwendet werden kann.

"Wir haben uns darauf geeinigt, die koreanische Halbinsel zu einem Land des Friedens zu machen, das frei von Nuklearwaffen und nuklearer Bedrohung ist", sagte Kim. Eine atomwaffenfreie Halbinsel sei nicht mehr allzu weit entfernt, so Moon.

Nord- und Südkorea einigen sich auf Abrüstungsschritte
tagesschau 17:00 Uhr, 19.09.2018, Uwe Schwering, ARD Tokio

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Raketen-Testanlage soll abgebaut werden

Nach Angaben Südkoreas will Nordkorea außerdem die Testanlage für Raketenantriebe in Sohae an der Westküste und die dortige Startrampe unter der Aufsicht internationaler Inspekteure abbauen. Bereits im Juli berichteten US-Experten, dass Nordkorea mit der Demontage wichtiger Teile der umstrittenen Raketenanlage begonnen habe.

Unklar ist allerdings, wann und wie genau der Abbau der Atom- und Raketenanlagen vonstatten gehen soll, und was Kim im Gegenzug von den USA erwartet. Kim selbst äußerte sich außerdem nicht über den Abbau seines bestehenden Atom- und Raketenarsenals.

Beide koreanischen Staaten wollten sich zudem gemeinsam um die Austragung der Olympischen Spiele 2032 bewerben, erklärte Moon.

Kim Jong Un und Moon | Bildquelle: AFP
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Moon und Kim geben sich nach ihrem Treffen die Hand.

"Erklärung von Pjöngjang" unterzeichnet

Zuvor hatten die beiden Staatschefs eine gemeinsame "Erklärung von Pjöngjang" unterzeichnet. Mit ihren Verteidigungsministern unterschrieben sie ein Abkommen zur Verringerung der Spannungen auf der koreanischen Halbinsel. Dafür wollen Nord- und Südkorea verschiedene Puffer- und auch Flugverbotszonen nahe der schwer bewachten Grenze einrichten. So sollen künftig ungewollte Zwischenfälle vermieden werden. Ab 1. November wollen beide Seiten nahe der Grenze auch Militärübungen einstellen.

Nach den ersten Verhandlungen am Vortag in der Zentrale der Arbeiterpartei fand die zweite Runde im Staatsgästehaus Paekhwawon statt, wo Moon übernachtet. Es ist der dritte Korea-Gipfel in diesem Jahr und der erste zwischen Moon und Kim in Pjöngjang.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Vereinbarungen in einer ersten Reaktion als "sehr spannend".

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. September 2018 u.a. um 06:00 Uhr.

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