Nordkoreas Außenminister Ri bei der UN-Generaldebatte in New York. | Bildquelle: AP

UN-Generaldebatte Nordkorea klagt über Sanktionen

Stand: 29.09.2018 21:07 Uhr

Die Verhandlungen um Nordkoreas atomare Abrüstung stecken fest - dafür macht das Land vor den Vereinten Nationen die USA verantwortlich: Durch Sanktionen sei Nordkorea nicht in die Knie zu zwingen.

Erst Drohungen, dann ein historisches Treffen - nun beäugen Nordkorea und die USA einander wieder skeptisch: Vor den Vereinten Nationen machte der nordkoreanische Außenminister Ri Yong Ho die USA für den momentanten Stopp bei der nuklearen Abrüstung verantwortlich, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Land mangelnde Fortschritte vorgeworfen hatte.

"Der jüngste Stillstand kommt daher, dass die USA auf Zwangsmaßnahmen bauen, die tödlich für die Vertrauensbildung sind", sagte Ri bei der UN-Generaldebatte in New York. Gemeint waren die Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat gegen das international weitestgehend isolierte Land beschlossen hatte. Wer glaube, Nordkorea sei durch Sanktionen in die Knie zu zwingen, kenne das Land schlecht, sagte Nordkoreas Chefdiplomat.

Zweites Treffen in Planung

US-Präsident Trump und US-Außenminister Mike Pompeo hatten in den vergangenen Tagen auf eine strikte Einhaltung der Strafmaßnahmen gedrängt. Ri erklärte nun wiederum, "phne jegliches Vertrauen in die USA" könne es keinen Weg geben, "dass wir uns als erste selbst entwaffnen." Dazu gehöre ein offizielles Ende des Koreakriegs. Zugleich hob er hervor, Nordkorea habe seine Atom- und Raketentests gestoppt und eine Atom-Testanlage zerstört - allerdings habe es darauf keine "entsprechenden Reaktionen" seitens der USA gegeben.

Im Juni hatten Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sich in Singapur mit US-Präsident Trump getroffen und dabei eine "Denuklearisierung" in Aussicht gestellt - allerdings ohne konkrete Schritte festzulegen. Derzeit streben beide nach Angaben aus dem Weißen Haus eine zweite Begegnung an. Pompeo soll im Oktober zu Gesprächen nach Pjöngjang reisen.

Seit dem 1953 durch einen Waffenstillstand beendeten Koreakrieg ist die asiatische Halbinsel in Nord- und Südkorea gespalten, einen offiziellen Friedensvertrag gibt es nicht. Die USA machen dafür größere konkrete Zusagen Nordkoreas zur atomaren Abrüstung zu Bedingung.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. September 2018 um 21:00 Uhr.

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