Bilder des nordkoreanischen Staatsfernsehens zeigen, wie Machthaber Kim Jong Un einen der Raketentests begutachtet. | Bildquelle: AP

Nordkorea Raketentests waren "Warnung" an die USA

Stand: 07.08.2019 03:44 Uhr

Der nordkoreanische Machthaber Kim hat die wiederholten Raketentests seines Landes als "angemessene Warnung" an die USA bezeichnet. Unterdessen haben nordkoreanische Hacker offenbar Milliarden erbeutet.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat die Reihe von Raketentests der letzten Tage als Reaktion auf eine gemeinsame Militärübung der USA und Südkoreas bezeichnet. Es sei eine Gelegenheit gewesen, eine angemessen Warnung zu senden, sagte Kim laut der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA.

Getestet wurden demnach neuartige taktische Lenkflugkörper, die zielgenau eine kleine Insel vor der Ostküste getroffen hätten. Der Test habe die Zuverlässigkeit, Sicherheit und Einsatzfähigkeit der Waffe bestätigt, hieß es weiter.

Es war Nordkoreas vierter Raketentest binnen zwei Wochen, und nachdem Kim und US-Präsident Donald Trump bei ihrem Treffen am 30. Juni neue Gespräche über eine atomare Abrüstung des abgeschotteten Landes verabredet hatten, die bislang aber noch nicht in Gang gekommen sind.

Bilder der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur zeigen einen Raketenstart. | Bildquelle: AP
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Bilder der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur zeigen einen Raketenstart.

USA reagieren gelassen

Die Führung in Pjöngjang hatte die gemeinsame Militärübung der USA und Südkoreas als Verstoß gegen diplomatische Absprachen kritisiert. Solche Manöver nötigten Nordkorea dazu, die eigene Waffenentwicklung voranzutreiben. Sollte es weiter solche feindseligen Militärübungen geben, sei Nordkorea gezwungen, einen neuen Weg einzuschlagen.

Die US-Regierung gab sich gelassen. "Entscheidend ist, die Tür für Verhandlungen offen zu halten", sagte Verteidigungsminister Mark Esper. Der nationale Sicherheitsberater John Bolton erinnerte jedoch an Nordkoreas Versprechen, keine weiteren Interkontinental-Raketen zu testen.

Trump hatte bei den vorherigen Raketentests betont, dass Nordkorea zwar gegen UN-Resolutionen verstoße, nicht aber gegen seine Abmachungen mit Kim.

Nordkorea erbeutet Milliarden bei Hacker-Raubzügen

Unterdessen haben nordkoreanische Hacker UN-Experten zufolge durch Angriffe im Internet Geldwerte in Milliardenhöhe gestohlen. Viele der Spezialisten arbeiteten unter Leitung des Geheimdienstes des autokratischen Staates und "beschaffen Geld für sein Programm für Massenvernichtungswaffen", heißt es in einem Bericht unabhängiger Experten für den Nordkorea-Sanktionsausschuss der Vereinten Nationen. In der Nacht zu Dienstag hatte der US-Sender CNN bereits über das Papier berichtet.

Der Gesamterlös durch die Online-Raubzüge wird auf bis zu zwei Milliarden Dollar geschätzt, wobei unklar blieb, von welchem Zeitraum die Experten ausgehen. Mehrere Diplomaten bestätigten, dass der Bericht an die Mitglieder des Sanktionsausschusses verschickt wurde. Veröffentlicht werden soll er im September.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 07. August 2019 um 07:00 Uhr.

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