Vladimir Putin | Bildquelle: REUTERS

Türkische Offensive Für Putin läuft in Syrien alles nach Plan

Stand: 16.10.2019 11:50 Uhr

Es ist ein geopolitisches Spiel um Macht, das derzeit in Syrien läuft. Einer der großen Strippenzieher: Russlands Präsident Putin. Noch diesen Monat trifft er Erdogan und mit Assad soll er auch Absprachen getroffen haben.

Von Christina Nagel, ARD-Studio Moskau

Die türkische Offensive ist in den staatsnahen Medien alles: nur keine Top-Meldung. Keine Spur von der Aufregung, die anderswo herrscht. Was auch daran liegen dürfte, dass sich die russische Führung mit Kommentaren zurückhält. Und es mehr oder weniger bei der Botschaft belässt, dass alles weitgehend unter Kontrolle sei.

Kein offizielles Wort von Russlands Präsident Wladimir Putin zur Situation in Syrien. Kein Kommentar zu US-Sanktionen. Keine Drohungen in Richtung der Konfliktbeteiligten. Aus Sicht der russischen Führung - das die Botschaft - gibt es keinen Grund zur Aufregung.

Ina Ruck, ARD Moskau, über die Rolle Putins im Nordsyrien-Konflikt
tagesschau24 11:00 Uhr, 16.10.2019

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Absprachen zwischen Putin und Erdogan

Russland gehe nicht davon aus, dass es zu einer direkten Konfrontation zwischen syrischen und türkischen Truppen komme, teilte der Sonderbeauftragte des Präsidenten für den Nahen Osten, Michail Bogdanow, mit. Man stehe mit allen in Kontakt. Und das nicht erst seit Beginn der türkischen Offensive, davon sind russische Experten überzeugt. Der Forschungsdirektor des regierungsnahen Valdai-Clubs Fjodor Lukjanow geht von klaren Absprachen im Vorfeld aus. Von Vereinbarungen, von denen die Türkei, Syriens Machthaber Baschar al-Assad und natürlich auch Moskau profitiert.

Die Vereinbarungen könnten folgendermaßen aussehen: Die Vereinigten Staaten ziehen sich nicht ganz zurück. Sie schaffen Raum für eine "Sicherheitszone", für den Einmarsch der Türkei. Russland scheint das zu akzeptieren, obwohl es formell eine Aggression ist - eine Verletzung der territorialen Integrität Syriens.

Die von den Amerikanern im Stich gelassenen Kurden müssten sich dann - was ja bereits geschehen ist - hilfesuchend an Moskau und Damaskus wenden. Und sich als Gegenleistung auch am Aufbauprozess eines neuen Syriens beteiligen.

Spiel um Macht und Einfluss

So zynisch es angesichts der Toten und Flüchtenden auch klingt: Es ist ein großes geopolitisches Spiel um Macht und Einfluss in der Region, bei dem die Kurden als Verlierer ausgemacht zu sein scheinen. 

Das russische Fernsehen zeigte einen trotz US-Sanktionsdrohungen optimistischen türkischen Präsidenten, der bei einem Auftritt in Aserbaidschan seine weiteren Pläne erläuterte: "Wir haben zwei Ziele: die Beseitigung der terroristischen Gefahr und die Rückkehr der Flüchtlinge", sagte Erdogan, "demnächst werden wir die Region von Manbidsch bis zu unserer Grenze zum Irak komplett sichern. Wir sorgen dafür, dass in einer ersten Etappe etwa eine Millionen Flüchtlinge zurückgehen können. In einer zweiten weitere zwei Millionen". 

Nordsyrien-Krise: Russische Militärpolizei in Manbidsch
tagesschau 12:00 Uhr, 16.10.2019, Ina Ruck, ARD Moskau

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Es läuft nach Plan für Moskau

Die Amerikaner hatten sich zuvor aus Manbidsch zurückgezogen. Ihren Platz haben nun syrische Regierungstruppen eingenommen. Russland, so heißt es in einer vom Verteidigungsministerium verbreiteten Erklärung, sichere die Kontaktlinie.

"Die russische Militärpolizei patrouilliert weiter entlang der nordwestlichen Grenze im Bezirk Manbidsch, zwischen den Streitkräften der Syrischen Republik und den türkischen Truppen. Die Zusammenarbeit mit der türkischen Seite ist organisiert." 

Noch am Abend nach seinem Staatsbesuch in Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten, telefonierte Russlands Präsident Putin mit seinem türkischen Amtskollegen. Putin und Erdogan heißt es in einer Erklärung des Pressedienstes des russischen Präsidenten, seien sich einig, dass am Ende die territoriale Einheit Syriens gewahrt bleiben müsse.

Treffen von Putin und Erdogan

Vorstellbar ist aus Sicht Moskaus eine Pufferzone an der türkischen Grenze, in der syrische Kräfte formal das Sagen haben. Wie genau eine Lösung aussehen könnte, darüber wollen sich beide Präsidenten direkt austauschen. Angedacht ist ein Treffen in Moskau noch in diesem Monat.

Auch zwischen den Syrern und den Kurden will Moskau weiter vermitteln. Dass Letztere nun als Verlierer dastehen, ist aus Sicht von Russlands Außenminister Sergej Lawrow Schuld der US-Politik, "die darauf abzielte, quasistaatliche Gebilde am östlichen Ufer des Euphrat zu gründen, indem sie kurdische Organisationen zu Separatismus und damit in die Konfrontation mit den arabischen Stämmen trieb".

Der neue Konflikt geht aus Sicht des Kreml vor allem auf das Konto der USA. Russland aber stehe bereit, weiter zu vermitteln. Als letzter verbleibender großer Akteur - mit guten Kontakten zu fast allen Konfliktparteien.

Moskau bleibt im Nordsyrien-Konflikt gelassen
Christina Nagel, ARD Moskau
16.10.2019 11:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Oktober 2019 um 05:06 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen".

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