Das Novartis-Logo | Bildquelle: REUTERS

Teuerste Arznei der Welt zugelassen Zwei Millionen Dollar pro Dosis

Stand: 25.05.2019 16:48 Uhr

Eine Dosis kostet gut zwei Millionen Dollar und soll Kleinkinder behandeln, die an einer Muskelerkrankung leiden. Laut Pharmahersteller rettet eine einmalige Anwendung das Leben der Patienten und vermeidet Folgekosten.

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat in den USA die Zulassung für eine Gen-Therapie erhalten. Die einmalige Dosis des Medikaments kostet gut zwei Millionen Dollar und ist damit die teuerste Arznei der Welt. Die Behörde FDA genehmigte den Einsatz der Arznei Zolgensma bei Kindern unter zwei Jahren, die an der Erbkrankheit Spinale Muskelatrophie leiden.

Langfristig rentabel

Mit dem Mittel hat Novartis eine Diskussion über die Kosten von Gen-Therapien angestoßen: Denn zunächst waren beim Zulassungsverfahren die hohen Kosten auf Widerstand der Behörden gestoßen. Doch Novartis argumentierte offenbar erfolgreich, die einmalige Anwendung rette das Leben von Patienten, die andernfalls auf Langzeitbehandlungen mit Kosten von mehreren Hunderttausend Dollar pro Jahr angewiesen wären.

Das Medikament Zolgensma von Novartis | Bildquelle: AP
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Eine Dosis des Medikaments Zolgensma kostet gut zwei Millionen Dollar - es vermeidet nach Angaben des Herstellers aber Folgekosten.

Die Spinale Muskelatrophie führt zu einer fortschreitenden Verkümmerung der Muskeln und zu einem frühen Tod oder zu lebenslanger Behinderung. Die Muskelkrankheit kommt bei rund einem von 10.000 geborenen Babys vor.

Ratenzahlungen für Versicherungen

Novartis bietet Krankenversicherungen nach eigenen Angaben Ratenzahlungen an. Experten schätzen einer Umfrage zufolge, dass Novartis mit dem Mittel bis zum Jahr 2022 Umsätze von zwei Milliarden Dollar erwirtschaften kann.

Das Pharmaunternehmen tritt in Konkurrenz zu dem Mittel Spinraza des US-Biotechnologieunternehmens Biogen. Diese Arznei, die alle vier Monate verabreicht werden muss, schlägt im ersten Behandlungsjahr mit 750.000 Dollar zu Buche und in der Folge mit 375.000 Dollar pro Jahr.

Genehmigung auch in Europa?

Novartis hatte für das nun genehmigte Mittel zuletzt eine Preisspanne von 1,5 Millionen bis fünf Millionen Dollar in den Raum gestellt. Zolgensma gehört zum Repertoire von Novartis, seit der Schweizer Konzern 2018 das Chicagoer Unternehmen AveXis für 8,7 Milliarden Dollar kaufte. Auch der Schweizer Novartis-Rivale Roche arbeitet an einem Wirkstoff gegen die Krankheit.

Novartis rechnet noch in diesem Jahr mit einer Genehmigung auch in Europa und Japan.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 25. Mai 2019 in den Nachrichten innerhalb der Sendung "Grünstreifen" ab 14:00 Uhr.

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