Serie: Obamas Herausforderungen (Teil 3) Wie Obama den Treibhauseffekt eindämmen will

Stand: 18.01.2009 23:51 Uhr

Klimaschutz war in den zurückliegenden Jahren kein Thema für die amerikanische Regierung. Energiepolitik konzentrierte sich vor allem auf Erdöl, Gas und Kohle. Und auf internationaler Ebene standen die USA als Bremser, keineswegs als wegweisende Führungsmacht da: Präsident Bush hatte keine Klimaschutzpolitik, sehr zum Ärger vieler Deutscher. Nachfolger Barack Obama setzt politische Signale dagegen.

Von Jens Borchers, HR-Hörfunkstudio Washington

Steven Chu soll die Energiewende der USA einleiten. Der Physik-Nobelpreisträger wird Energieminister. Er redet gern Tacheles. Ein Beispiel dafür sind Chus Aussagen darüber, was die Amerikaner über die Auswirkungen des Klimawandels wissen. "Ich glaube die Amerikaner verstehen nicht, dass sehr wahrscheinlich ziemlich unangenehme Dinge passieren werden. Sie verstehen das grundsätzlich nicht. Sonst würden sie etwas dagegen tun."

Energieminister Chu setzt auf regenerative Energien

Steven Chu, Kabinett Obama.
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Steven Chu wird amerikanischer Energieminister.

Der 60-Jährige leitete bisher ein Energie-Forschungslabor in Kalifornien. Steven Chu hält Biokraftstoffe und Sonnenenergie für die Zukunft. Und über die gigantischen Kohle-Reserven auf der Welt sagt der Nobelpreisträger, dass sie sein schlimmster Albtraum seien. Je mehr Kohle verbrannt wird, desto mehr Treibhausgase. Steven Chu hat den Auftrag, eine Energiepolitik zu machen, die die Ergebnisse der Forschung ernst nimmt, weniger Schadstoffe produziert und aufs Energiesparen setzt. "Wenn ich Kaiser wäre - dann würde ich voll auf Effizienz und Einsparen setzen" hat Chu mal gesagt. Er wird natürlich nicht Kaiser, sondern "nur" Minister. Und er braucht Verbündete.

Klimaschutz und Energiepolitik gehören zusammen

Da könnte Carol Browner sehr wichtig werden. Sie hat früher schon einmal die amerikanische Umweltschutzbehörde geleitet. Jetzt übernimmt das Energiebündel Carol Browner eine Schlüsselrolle in Obamas Kabinett. Sie soll Energiepolitik und Klimaschutz miteinander vereinbaren. Das hält Obama für eine Top-Priorität. Schließlich geht es um Nationale Sicherheit, Wirtschaft und Umweltschutz.

Ken Salazar Kabinett Obama.
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Ken Salazar wird Obamas Innenminister und vergibt Lizenzen für Erdölbohrungen.

Das weiß auch der Mann, der sogar als Minister einen Cowboyhut tragen wird, Ken Salazar. Er kommt aus dem Wilden Westen, aus dem Bundesstaat Colorado und soll Innenminister werden. Und das ist in den USA etwas ganz anderes als bei uns in Deutschland. Das Ministerium vergibt Lizenzen für Erdöl- und Gas-Bohrungen und ist gleichzeitig für die riesigen Naturparks des Landes zuständig. Der Minister mit dem Cowboyhut hat ehrgeizige Ziele. Salazar möchte eine saubere Energiewirtschaft aufbauen und "dafür sorgen, dass wir unsere konventionellen Energieträger klug nutzen: Kohle, Öl und Gas."

Barack Obama plant da anzusetzen, wo die USA bisher schwach sind. Bei Einsparung, Grenzwerten und Effizienz. Das alles sind politische Signale, aber eine Politik ist das noch nicht. Auf internationaler Ebene ist bisher nur klar, dass die neue US-Regierung Führungsstärke zeigen will. Obama verspricht eine enge Zusammenarbeit beim weltweiten  Klimaschutz. Aber Details nennt er nicht. Insofern gibt es bisher nur das Versprechen des Hoffnungsträgers und den amerikanischen Kongress, in dem viele Abgeordnete Klimaschutz mit sehr viel Misstrauen betrachten.

Den vierten Teil der Serie können Sie hier lesen.

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