Der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman | Bildquelle: AP

Nach Drohnenangriff "Öl-Versorgung wieder auf vollen Touren"

Stand: 17.09.2019 22:35 Uhr

Experten hatten gemutmaßt, es könne lange dauern, bis Saudi-Arabien wieder so viel Öl produziert wie vor dem Drohnenangriff. Der Energieminister des Landes ist da optimistischer. Und er sagt: Den Drahtzieher der Angriffe kenne man nicht.

Durch den Drohnen-Angriff vom Wochenende war die Ölproduktion des Landes eingebrochen, inzwischen konnte das Land den Großteil davon nach eigenen Angaben aber kompensieren. Bereits bis Ende September werde die Produktion wieder komplett hergestellt sein, sagte der saudiarabische Energieminister Prinz Abdulasis bin Salman. Zuvor hatten Insider davon gesprochen, dass es Monate dauern könnte, bis die Förderung wiederhergestellt werde.

Die Öl-Versorgung der Kunden laufe wieder auf vollen Touren, da das Land auf Lagerbestände zurückgegriffen habe. Die Reparaturarbeiten an den Anlagen seien nicht so umfangreich wie ursprünglich erwartet. Der weltgrößte Erdölexporteur müsse nun strenge Maßnahmen ergreifen, um weitere Angriffe zu verhindern, fügte der Minister hinzu.

US-Präsident Donald Trump erklärte, er denke, dass eine Freigabe der strategischen amerikanischen Erdöl-Reserven nicht nötig sei. Er sei bereit, zur Stützung der Märkte die Reserven anzuzapfen, sehe derzeit aber keinen Grund, da die Ölpreise nicht stark gestiegen seien.

Saudischer Minister: Kennen den Drahtzieher nicht

Morgen wird US-Außenminister Mike Pompeo in Saudi-Arabien erwartet. Das Außenministerium in Washington teilte mit, Pompeo werde in der Hafenstadt Dschidda mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman über die jüngsten Angriffe sprechen. Pompeo werde außerdem "Bemühungen koordinieren, der iranischen Aggression in der Region entgegenzuwirken".

Die Angriffe auf die Ölanlagen hatten die Huthi-Rebellen im Jemen für sich reklamiert, die vom Iran unterstützt werden. Pompeo hatte dennoch den Iran direkt dafür verantwortlich gemacht. Auch Trump nahm nach den Angriffen den Iran als möglichen Verantwortlichen ins Visier. Die iranische Regierung wies dies zurück. Der saudiarabische Energieminister sagte nun vor Journalisten, sein Land kenne die Drahtzieher nicht.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 17. September 2019 um 22:00 Uhr.

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