Beschlagnahmte Waffen werden im Rahmen einer Pressekonferenz der Landespolizeidirektion Wien gezeigt. | Bildquelle: dpa

Festnahmen in Österreich und Bayern Schlag gegen rechtsextremes Netzwerk

Stand: 12.12.2020 15:46 Uhr

In Österreich haben Ermittler ein rechtsextremes Netzwerk ausgehoben. Zahlreiche Waffen wurden sichergestellt, die möglicherweise für den Aufbau einer Miliz in Deutschland bestimmt waren. Auch in Bayern gab es Festnahmen.

Bei einem Schlag gegen ein rechtsextremes Netzwerk sind in Österreich und Bayern mehrere Menschen festgenommen worden. Das teilten der österreichische Innenminister Karl Nehammer und Vertreter des Wiener Landeskriminalamts (LKA) mit. Fünf Personen seien in Österreich und zwei in Deutschland verhaftet worden.

Bei Durchsuchungen in Österreich waren in den vergangenen Tagen demnach mehr als 70 automatische und halbautomatische Schusswaffen sowie Munition im sechsstelligen Bereich sichergestellt worden. Laut Nehammer waren die Waffen für die rechtsextreme Szene in Deutschland bestimmt, "möglicherweise um eine rechtsradikale Miliz" aufzubauen. Er wies auf eine enge Zusammenarbeit mit den Landeskriminalämtern in Bayern und Nordrhein-Westfalen hin.

Bei einer Hausdurchsuchung am Mittwoch waren Maschinenpistolen und Sturmgewehre samt Munition sichergestellt worden. Bei einer weiteren Durchsuchung am Donnerstag wurden dann ein Container mit weiteren Waffen, Munition und Sprengstoff gefunden. Am Freitag wurden in einer Lagerhalle in Niederösterreich rund 100.000 Schuss Munition und zahlreiche Langwaffen gefunden.

Oberst Michael Mimra (L.), Österreichs Innenminister Karl Nehammer und Landespolizeipräsident Gerhard Pürstl (R.) sprechen im Rahmen einer Pressekonferenz der Landespolizeidirektion Wien. | Bildquelle: dpa
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Bei einer Pressekonferenz informierten Österreichs Innenminister Nehammer und LKA-Vertreter über die Festnahmen und die gefundenen Waffen.

53-jähriger Österreicher ist Hauptverdächtiger

Nehammer sprach von einem massiven Schlag gegen die rechtsextreme Szene in Österreich und gegen die organisierte Kriminalität. Auf die Spur sei man nach einem Hinweis aus Deutschland auf ein Drogenhandel-Delikt gekommen. Bei den Ermittlungen sei dann festgestellt worden, dass mit den Erlösen Waffen angekauft wurden, die für Deutschland bestimmt waren.

Hauptverdächtiger ist den Angaben zufolge ein vorbestrafter 53-jähriger Österreicher, der mit mehreren Mittätern den Handel aufgezogen haben soll. Konkrete Namen der Festgenommen und Verdächtigen wollte Nehammer nicht nennen. Es seien jedoch "Namen aus der Neonazi-Szene, die leider auch in Österreich schon länger bekannt sind", sagte er.

Mit Informationen von Clemens Verenkotte, ARD-Studio Wien

Festnahmen in rechtsextremistischem Netzwerk
Clemens Verenkotte, ARD Wien
12.12.2020 16:06 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Dezember 2020 um 15:00 Uhr.

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