Screenshot aus dem Video | Bildquelle: dpa

Urheber des Ibiza-Videos gefunden? "Zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt"

Stand: 24.05.2019 22:06 Uhr

An dem Skandal-Video zerbrach Österreichs Regierung. Nun soll sich ein mutmaßlicher Urheber gemeldet haben. Dessen Anwalt veröffentlichte eine entsprechende Pressemitteilung - wo er sich auch zur Motivation äußert.

Im Fall des Skandal-Videos von Ibiza hat sich laut übereinstimmenden Medienberichten nun der Anwalt eines unter Verdachts stehenden Rechtsanwaltes schriftlich geäußert. Bei dem Video handele es sich um ein zivilgesellschaftlich motiviertes Projekt, bei dem investigativ-journalistische Wege beschritten wurde, teilte der Anwalt mit. "Aufgrund der Reaktionen der betroffenen Politiker entfaltete sich in der Folge eine Eigendynamik", heißt es demnach in einer Pressemitteilung.

Für seinen Mandanten seien nur "demokratiepolitische und rechtliche Überlegungen" relevant, erklärte der Anwalt. Er habe sich nicht an strafbaren Handlungen beteiligt.

Bruch der Regierung

Das 2017 auf Ibiza heimlich aufgenommene und von "Spiegel" und "Süddeutscher Zeitung" in Auszügen veröffentlichte Video zeigt, wie der spätere Vizekanzler Heinz-Christian Strache mit einer vermeintlichen russischen Investorin über eine Zusammenarbeit redet. Dabei geht es auch um mögliche Staatsaufträge im Gegenzug für verdeckte Wahlhilfe zugunsten der rechten FPÖ, und um strategische Einflussnahme auf Medien. Auf die Veröffentlichung folgte der Bruch der ÖVP-FPÖ-Regierung in Wien. Strache trat von all seinen Ämtern zurück.

Heinz-Christian Strache erklärt seinen Rücktritt. | Bildquelle: REUTERS
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Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat nach eigenen Angaben Anzeige gegen mutmaßliche Urheber des Ibiza-Videos erstattet.

Anzeige erstattet

Strache hat inzwischen nach eigenen Angaben Anzeige gegen drei Personen erstattet. In einer Erklärung an die österreichische Nachrichtenagentur APA bezeichnete Strache diese als "mögliche Mittäter". Auf welche Straftaten sich die Anzeigen beziehen, teilte Strache nicht mit. "Alles Weitere zu klären obliegt nun den Ermittlungsbehörden", so der Ex-FPÖ-Chef.

Der im Verlauf der Regierungskrise entlassene Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) kritisierte hingegen die Justiz für ihre Ermittlungsarbeit zum Ibiza-Video scharf. "Ist Euch eigentlich schon aufgefallen, wie verdächtig ruhig es in Österreich bei den Ermittlungsbehörden ist, wenn es darum geht, die Hintergründe dieses Videos aufzuklären", rief Kickl den FPÖ-Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung zu.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. Mai 2019 um 15:25 Uhr.

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