Mesut Özil vom FC Arsenal im Stadion vor dem Spiel Premier-League-Spiel gegen Manchester City | Bildquelle: dpa

Uiguren-Vorwürfe von Özil "Gefühle des chinesischen Volkes verletzt"

Stand: 16.12.2019 09:56 Uhr

China lässt die Kritik des Fußballers Özil an der Verfolgung der Uiguren nicht auf sich sitzen. Gestern strich das Fernsehen ein Spiel des FC Arsenal aus dem Programm. Nun drohen Staatsmedien mit weiteren Konsequenzen.

Die Äußerungen des früheren deutschen Fußballnationalspielers Mesut Özil zur Uiguren-Verfolgung in China sorgen weiter für Diskussionen. In China warnte die "Global Times", ein Sprachrohr der Kommunistischen Partei, die Kommentare Özils würden "ernsthafte Folgen" für seinen englischen Verein FC Arsenal haben. 

"Einfluss missbraucht"

Die Zeitung schrieb von einem "närrischen Auftritt" Özils und bezeichnete den Fußball-Star als "verwirrte und rücksichtslose Person", die ihren "Einfluss missbraucht". Sie druckte zudem eine Stellungnahme des chinesischen Fußballverbands ab. Darin heißt es, Özils Äußerungen hätten "nicht nur die chinesischen Fans verletzt, sondern auch die Gefühle des chinesischen Volkes".

Auch das chinesische Außenministerium meldete sich zu Wort. Ein Sprecher sagte, Özil habe sich von "Fake-News" und "falschen Aussagen" täuschen lassen. Er lud den Arsenal-Fußballer ein, die Provinz Xinjiang zu besuchen. Wenn er ein "Gewissen habe" und "falsch von richtig" unterscheiden könne, dann werde er ein anderes Xinjiang sehen.

Der 31-jährige, türkischstämmige Fußballer hatte am Freitag auf Twitter die Verfolgung der muslimischen Minderheit der Uiguren in der chinesischen Provinz Xinjiang kritisiert und das Schweigen mehrheitlich muslimischer Staaten angeprangert. 

Live-Übertragung aus dem Programm genommen

Der FC Arsenal distanzierte sich von Özils Äußerungen und erklärte, er habe sich "immer an das Prinzip gehalten, sich nicht in die Politik einzumischen". 

Gestern hatte der Staatssender CCTV bereits die Live-Übertragung des Premier-League-Spiels zwischen dem FC Arsenal und Manchester City aus dem Programm genommen. Die Auseinandersetzung könnte für den FC Arsenal und die Premier League Auswirkungen im lukrativen chinesischen Markt haben. 

Wie andere englische Clubs versucht auch Arsenal seit einiger Zeit, als Marke in China noch bekannter zu werden. Für international ausgerichtete Klubs geht es um Millionen kaufkräftige Fußballinteressierte, aber auch um lukrative Partnerschaften mit Sponsoren in China.

Uiguren werden unterdrückt

Experten werfen dem Land massive Menschenrechtsverletzungen an den Uiguren vor. Mehr als eine Million Uiguren und andere Muslime befinden sich Menschenrechtsaktivisten zufolge in Umerziehungslagern der chinesischen Behörden. Nachdem die Regierung in Peking die Existenz der Lager zunächst bestritten hatte, spricht sie heute von "Berufsbildungszentren" zur Deradikalisierung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. Dezember 2019 um 10:00 Uhr.

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