Olof Palme | Bildquelle: imago images/Dean Pictures

Palme-Mörder ermittelt Ein emotionaler Tag für Schweden

Stand: 10.06.2020 18:29 Uhr

Mehr als 34 Jahre nach dem Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme konnte der mutmaßliche Täter identifiziert werden. Da dieser aber schon lange tot ist, wird keine Anklage mehr erhoben.

Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

28. Februar 1986, nachts gegen halb zwölf in Stockholm: Der schwedische Rundfunk unterbricht das Nachtprogramm mit einer Blitzmeldung: "Olof Palme ist tot. Er ist heute Abend in der Innenstadt erschossen worden."

Das ganze Land stand damals unter Schock. Menschen legten am Tatort Blumen nieder, viele waren absolut fassungslos. Und die Polizei war überfordert, sie machte Fehler. Die Spuren- und Tätersuche blieb schon in den entscheidenden Stunden direkt nach dem Mord erfolglos.

Mordfall an Olof Palme: Ermittler informieren über neue Erkentnisse
10.06.2020

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Stig Engström - der "Skandia-Mann"

Staatsanwalt Krister Petersson hat in den vergangenen dreieinhalb Jahren versucht, mit allem, was die seither angehäuften fast 100.000 Ermittlungsakten hergaben, den Fall doch noch aufzuklären. Und er hat es  - beinahe - geschafft:

"Ich bin der Ansicht, dass wir auf der Basis der vorliegenden Ermittlungen so weit gekommen sind, wie es nur möglich war. Wir sind der Überzeugung, dass wir an einer Person als Täter nicht vorbeikommen, und diese Person ist Stig Engström, der von den Medien auch als "Skandia-Mann" bezeichnet wird.

Stig Engström | Bildquelle: dpa
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Stig Engström - der sogenannte "Skandia-Mann" - wurde als Zeuge vernommen, die Polizei stufte ihn aber später als unglaubwürdigen und widersprüchlichen Zeugen ein, an dem sie kein weiteres Interesse habe.

Dieser Engström hatte bis kurz vor der Tat ganz in der Nähe im "Skandia"-Gebäude gearbeitet. Er war ein Palme-Hasser und Waffenkenner,  so der Staatsanwalt. Er hatte sich als Zeuge des Mordes gemeldet, dann aber in Widersprüche verwickelt. Die Polizei konzentrierte sich auf andere Verdächtige.

Engström ist tot - also kein verurteilter Täter

Engströms Name war erst im Zuge neuer Nachforschungen vor wenigen Jahren wieder aufgetaucht. Da war er längst gestorben. Jetzt kann er nicht mehr angeklagt werden. Die Staatsanwaltschaft stellt also die Ermittlungen im Mordfall Palme ein. Es wird keinen verurteilten Täter geben, das steht damit fest. Trotzdem hofft Schwedens amtierender Ministerpräsident Stefan Löfven auf einen positiven Effekt der Ermittlungen:

"Wenn der Regierungschef eines Landes ermordet wird, ist das ein nationales Trauma. Ich wünsche mir, dass diese Wunde jetzt heilt. Als Mitmensch - und in meinem Fall als Vorsitzender der Partei Olof Palmes - ist dies ein sehr emotionaler Tag."

Mysteriöser Mord um schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme geklärt
tagesschau 20:00 Uhr, 10.06.2020, Christian Blenker, ARD Stockholm

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Hatte Engström Hintermänner?

Marten, Sohn von Palme, äußerte sich gegenüber der ARD zum Ende der Ermittlungen: Natürlich sei es schade, dass die Polizei keine hundertprozentig abschließenden Beweise vorlegen konnte. Es sei richtig, dass die Ermittlungen eingestellt werden, so Palmes Sohn. Es gebe nicht mehr zu ermitteln.

Und genau deshalb bleibt viel zu vermuten. Er habe keine Hinweise auf eine Verschwörung gefunden, sagte der Staatsanwalt, aber er könne auch nicht vollkommen ausschließen, dass Engström Hintermänner hatte. Unter anderem wurden und werden amerikanische, chilenische oder südafrikanische Geheimdienste verdächtigt, aber auch die kurdische PKK, Waffenhändler, und sogar rechtsextreme schwedische Polizisten.

Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein: Palme-Mord so gut wie aufgeklärt!?
Carsten Schmiester, ARD Stockholm
10.06.2020 17:41 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 10. Juni 2020 die tagesschau um 12:00 Uhr und Deutschlandfunk um 18:29 Uhr in der Sendung "Informationen am Abend".

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