Eine Frau in Nepal trägt ihr Kind und einen Korb auf dem Rücken. | Bildquelle: dpa

Oxfam zu Frauenarbeit Täglich zwölf Milliarden Stunden ohne Lohn

Stand: 20.01.2020 04:31 Uhr

Die Ungleichheit in der Welt nimmt laut Oxfam weiter zu. Die großen Verlierer sind Frauen. Zwölf Milliarden Stunden arbeiten sie ohne Lohn - jeden Tag. Dabei ist ihre Arbeit Billionen wert.

Von Dietrich Karl Mäurer, ARD-Studio Zürich

Extremem Reichtum steht große Armut gegenüber - darauf macht Oxfam nicht zum ersten Mal aufmerksam. Doch laut der Studie der Entwicklungshilfeorganisation gab es im vergangenen Jahr eine weitere Konzentration der Vermögen an der Spitze. Einem Prozent der Menschheit gehören demnach 45 Prozent des globalen Vermögens. Die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung besitzt gemeinsam nicht einmal ein Prozent des globalen Vermögens.

Oxfam-Studie zur sozialen Ungleichheit veröffentlicht
tagesschau 12:00 Uhr, 20.01.2020, Joana Jäschke, SWR

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Amitabh Behar von Oxam International sagte vor Beginn des Weltwirtschaftsforums im Schweizer Davos: "Jetzt haben Milliardäre mehr Reichtum als 4,6 Milliarden Menschen auf dieser Erde. Das ist eine Ungleichheit, auf die wir schauen. Und dabei muss man im Blick haben, dass fast die Hälfte der Weltbevölkerung weniger als 5,50 Dollar pro Tag zum Leben hat.“

 Zwölf Milliarden unbezahlte Stunden

Bei Oxfam spricht man von einer Ungleichheitskrise. Die großen Verlierer seien dabei Frauen, erläutert Ellen Ehmke von Oxfam Deutschland:  "Sie verdienen im Durchschnitt weniger, haben weniger Vermögen und sind häufiger von Armut betroffen. Und ein wesentlicher Grund dafür ist, dass Frauen häufig unbezahlte Pflege- und Fürsorge-Arbeit leisten, sich um Angehörige und Kinder kümmern."

Eine Frau in einem Labor schaut durch ein Mikroskop. | Bildquelle: dpa
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Frauen verdienen im Durchschnitt weniger, kritisiert Oxfam.

Frauen und Mädchen in aller Welt leisteten jeden Tag mehr als zwölf Milliarden Stunden unbezahlt Arbeit. Oxfam rechnet vor: Würde man den Frauen für diese Arbeit auch nur den Mindestlohn zahlen, dann entspreche das einem Gegenwert von über elf Billionen US-Dollar pro Jahr. Das sei 24 Mal mehr als der Umsatz der Technologie-Riesen Apple, Google und Facebook zusammen.

Die Ungleichheit, unter der Frauen zu leiden haben, sei weltweit zu beobachten - auch in Deutschland, so Ellen Ehmke: "Mit Blick auf Geschlechtergerechtigkeit schneidet Deutschland sehr schlecht ab, wir haben einen der größten Gender Pay Gaps, das heißt die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern ist sehr groß, Frauen verdienen 21 Prozent weniger als Männer, und auch hier ist die Ursache, dass Frauen deutlich mehr unbezahlte Care-Arbeit leisten als Männer, im Durchschnitt 1,5 Stunden mehr täglich."

Bessere Betreuung gefordert

Die Entwicklungshilfeorganisation fordert massive Investitionen in öffentliche Infrastruktur, die Frauen und Mädchen von unbezahlter Pflege- und Fürsorgearbeit entlastet. Es gebe einen Bedarf an mehr Bildungsangeboten, mehr Kinderbetreuung, besserer und professionellerer Pflege von alten und kranken Menschen. Eine gerechtere Verteilung von Erziehungs- und Betreuungszeiten sei möglich.

Gleiches gelte für den Abbau der Ungleichheit bei den Vermögen. Amitabh Behar von Oxfam International sagt auch, wie die Vorschläge finanziert werden sollen: "Wir können nicht mit diesem schiefen System fortfahren, das die Reichen und die Super-Eliten begünstigt. Das muss sich komplett ändern. Und das kann sich ändern, wenn die Regierungen dafür sorgen, dass jeder die richtigen Steuern zahlt. Man kann nicht mit einem System fortfahren, in dem Unternehmen letztlich weniger Steuern zahlen als die Bürger."

Oxfam-Studie: Frauen und Mädchen leisten Milliarden Stunden unbezahlte Arbeit
Karl Dietrich Mäurer, ARD Zürich zzt. Davos
20.01.2020 05:28 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Januar 2020 um 05:23 Uhr.

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