Tsunami-Warnung aufgehoben Mehrere heftige Erdbeben in Neuseeland

Stand: 05.03.2021 02:04 Uhr

Neuseeland ist von mehreren starken Erdstößen erschüttert worden. Das heftigste Erdbeben hatte die Stärke 8,1 und ereignete sich 800 Kilometer vor der Küste. In weiten Teilen der Pazifikregion wurde zwischenzeitlich vor einem Tsunami gewarnt.

Nach den heftigen Erdbeben vor Neuseeland haben die Behörden die Tsunami-Warnung für weite Teile der Pazifikregion herabgestuft. Der Zivilschutz teilte mit, die größten Wellen seien vorüber, alle zuvor in Sicherheit gebrachten Menschen könnten zurückkehren. Allerdings sollte man sich von Stränden und dem Meer fernhalten.

Zuvor waren drei schwere Erdbeben registriert worden. Das heftigste Beben hatte die Stärke 8,1 und ereignete sich nahe der Kermadec-Inseln, etwa 800 Kilometer nordöstlich der Nordinsel Neuseelands. Kurz darauf folgte ein weiteres der Stärke 7,4 in der gleichen Region. Stunden zuvor gab es bereits Erdstöße der Stärke 7,1 rund 100 Kilometer vor der Küste des Bezirks Gisborne.

Die Küstenbewohner der betroffenen Gebiete wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen und die Lage sehr aufmerksam zu verfolgen. Die Katastrophenschutzbehörde hatte an die Bewohner von Northland, East Cape und Great Barrier Island appelliert, sich in höher gelegene Regionen oder so weit wie möglich ins Hinterland zu begeben. Tausende seien auf der Flucht, berichtete die Zeitung "New Zealand Herald". Das Blatt zitierte einen Anwohner: "Ich blicke auf das schöne stille Meer, und ich hoffe, dass nichts von da kommen wird. Wir müssen abwarten."

Ein bis drei Meter hohe Wellen erwartet

Das Frühwarnsystem Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) warnte vor einem möglichen Tsunami. Experten rechneten mit ein bis drei Meter hohen Wellen. Die Warnung galt auch für Inselgruppen wie die Cook-Inseln, Fidschi, Neukaledonien, Tonga, Vanuatu und die Salomonen. Die Kermadec-Inseln, wo sich die beiden schwersten Beben ereigneten, gehören zu Neuseeland, sind aber Hunderte Kilometer von der Küste entfernt. Über mögliche Schäden oder Verletzte lagen zunächst keine Informationen vor.

Berichten zufolge sollen die Erschütterungen des ersten Erdbebens in der Nacht in der ganzen Region zu spüren gewesen sein, auch in den Großstädten Auckland, Wellington und Christchurch. Knapp zwei Stunden danach hätten bereits 60.000 Menschen dem örtlichen Monitoring-System GeoNet gemeldet, das Beben gespürt zu haben, so der "New Zealand Herald".

Erinnerungen an Erdbeben von Christchurch

"Hoffe, allen geht es okay da draußen", schrieb Premierministerin Jacinda Ardern auf Instagram, "vor allem denjenigen an der Ostküste, die die volle Wucht des Erdbebens gespürt haben müssen."

Erst im vergangenen Monat hatte Neuseeland der Opfer des schweren Erdbebens von Christchurch vor zehn Jahren gedacht. Am 22. Februar 2011 waren in der größten Stadt der Südinsel 185 Menschen ums Leben gekommen. Das Beben hatte eine Stärke von 6,2.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. März 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

Darstellung: