Ein FBI-Beamter bereitet den Van des Verdächtigen für den Transport vor. | Bildquelle: AFP

Ermittlungen in den USA Fingerabdrücke führten zum Verdächtigen

Stand: 26.10.2018 23:48 Uhr

Die US-Behörden haben einen Verdächtigen in der Paketbomben-Serie festgenommen. Er soll in fünf Punkten angeklagt werden - ihm drohen nun bis zu 58 Jahre Gefängnis.

Von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

In den USA sind im Moment überall Bilder vom Van des Tatverdächtigen Cesar S. zu sehen. Die Scheiben des Autos sind mit Fotos beklebt: strahlende Bilder von Präsident Trump und Vizepräsident Pence. Daneben kleben Demokraten wie Hillary Clinton oder der Dokumentarfilmer Michael Moore - die aber jeweils mit Fadenkreuz im Gesicht.

Der Van des Verdächtigten | Bildquelle: AP
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Der Van des Verdächtigen ist überall mit Fotos von Politikern beklebt.

Abdrücke auf einem der Umschläge

Doch nicht das Auto, sondern ganz klassisch Fingerabdrücke haben die Ermittler auf die Spur gebracht, erklärt FBI-Direktor Christopher Wray. "Mit ihrer vorläufigen Analyse haben die Ermittler einen Fingerabdruck auf einem der Umschläge sichergestellt", sagt er. "Ein Umschlag mit einer Rohrbombe, adressiert an die Abgeordnete Maxine Waters. Es ist bestätigt, dass der Abdruck zu Cesar S. gehört."

Es gebe zusätzlich die Möglichkeit einer DNA-Analyse. Dazu würden Spuren auf den verdächtigen Paketsendungen mit einer Probe von einer früheren Festnahme von S. verglichen. 

US-Justizminister Jeff Sessions | Bildquelle: AFP
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US-Justizminister Jeff Sessions erklärte, dem Verdächtigen drohten bis zu 58 Jahre Haft.

Anklage in fünf Punkten

Der Verdächtige werde in fünf Punkten angeklagt, zum Beispiel wegen des illegalen Versandes eines Sprengsatzes und Drohungen gegenüber früheren Präsidenten, erklärte Justizminister Jeff Sessions. S. drohen nach den bisherigen Vorwürfen bis zu 58 Jahre Gefängnis.

"Das ist völlig inakzeptabel", stellt Sessions klar. "Politische Gewalt oder die Drohung mit politischer Gewalt widerspricht unserem Prinzip politischer Selbstbestimmung."

US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: Chris Kleponis/POOL/EPA-EFE/REX/
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US-Präsident Trump bezeichnete die Tat als "verabscheuungswürdig".

Bisher 13 Päckchen gefunden

Die verdächtigen Umschläge waren adressiert an Ex-Präsident Barack Obama, den Nachrichtensender CNN und andere, offenbar auch an US-Senatorin Kamala Harris.

Insgesamt korrigierte das FBI der Zahl der gefundenen Päckchen noch einmal. "Wir können bestätigen, dass 13 Sprengsätze an Personen im gesamten Land verschickt worden sind", sagte Wray. "Jeder Sprengsatz besteht aus  einem Plastikrohr, einer kleinen Uhr, einer Batterie, Kabeln und Sprengstoff. Auch wenn wir die Sprengsätze noch analysieren, es sind keine Attrappen."

Trump verurteilt Taten

US-Präsident Donald Trump las bei einer Veranstaltung im Weißen Haus eine Erklärung vor. Diese Terrorakte seien verabscheuungswürdig, sagte er. Es gebe keinen Platz dafür in den Vereinigten Staaten. "Wir können nie zulassen, dass politische Gewalt in den Vereinigten Staaten Wurzeln schlägt. Ich werde alles tun, um das zu verhindern."

Kritiker des Präsidenten werfen Trump dagegen vor, seine Angriffe auf politische Gegner hätten zur Stimmung beigetragen, in der Gewalt legitim erscheint. Trump weist die Kritik zurück.

Ermittler stellen Fingerabdrücke des Verdächtigen auf Umschlag sicher
Torsten Teichmann, ARD Washington
26.10.2018 22:23 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Oktober um 23:30 Uhr.

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