Frauen kippen die Stimmzettel der Wahl in Pakistan zur Auszählung auf einen Tisch. | Bildquelle: dpa

Wahl in Pakistan Noch kein Ergebnis, aber viele Vorwürfe

Stand: 26.07.2018 07:22 Uhr

Für die lokalen Medien in Pakistan steht der Wahlsieger fest: Imran Khan. Doch noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt. Trotzdem spricht die ehemalige Regierungspartei bereits von Wahlfälschung.

Von Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi

Ein Autokorso mitten in der Nacht in Islamabad: Junge Männer sitzen gequetscht auf den Sitzen oder zu dritt auf Motorrädern. Sie schwenken grün-rote Fahnen, darauf der Kopf von Imran Khan und der Cricketschläger. "Es lebe Imran Khan, seine Partei lebe hoch", rufen die Anhänger. Die Fans des Ex-Cricket-Stars sind sich sicher: Khan hat gewonnen. Nicht wie 1992 den Weltmeistertitel im Cricket, sondern die Parlamentswahlen im Land.

Manipulationsvorwürfe bei Wahlen in Pakistan
tagesschau 12:00 Uhr, 26.07.2018, Peter Gerhardt, ARD Neu Delhi

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Ex-Regierungspartei spricht früh von Wahlbetrug

Aber noch sind nicht alle Stimmen ausgezählt und schon am späten Mittwochabend fühlt sich die ehemalige Regierungspartei betrogen. Der Spitzenkandidat Shahbaz Sharif will das Ergebnis der Wahlen so nicht hinnehmen: "Bei Gott, ich bin ein friedliebender Mensch. Aber wir können das nicht auf uns sitzen lassen. In den Wahllokalen hat es massiven Wahlbetrug gegeben", kritisierte Sharif.

Schon während des Wahlkampfes hatte es viel Kritik gegeben, dass die Armee versuche, die Wahl zu beeinflussen. Mehr als 370.000 Soldaten waren im ganzen Land eingeteilt, um - so die Armee - die Wähler zu schützen.

Aber die Sicherheitskräfte standen nicht nur vor den Wahllokalen, sie standen auch in den Gebäuden. Dafür seien die Wahlbeobachter, die die Parteien einsetzten, aus den Wahllokalen gedrängt worden und hätten keine offiziellen Resultate bekommen, sagte Sharif:

"Es geht mir nicht darum, wer wie viele Sitze bekommen hat. Es geht nicht darum, wer in Zukunft regiert oder in der Opposition sitzt. Es geht hier um die Zukunft unseres Landes, darum, ob die Leute ehrlich abstimmen können, wie unser Land gedeihen kann. Das ist ein große Sache!"

Khan-Anhänger feiern in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad den Ex-Cricket-Star bereits als Wahlsieger. | Bildquelle: AP
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Khan-Anhänger feiern in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad den Ex-Cricket-Star bereits als Wahlsieger.

Politiker und Journalisten unter Druck gesetzt?

Journalisten, Parlamentarier und sogar Richter hatten vor den Wahlen gesagt, dass sie massiv bedrängt worden seien. Marvi Sirmed ist Menschenrechtsaktivistin aus der Hauptstadt Islamabad und hat für die unabhängige Menschenrechtskommission mehr als hundert Journalisten zu den Vorwürfen befragt. Ihr Fazit:

"Das sind die dreckigsten Wahlen. Das sind Wahlen, in denen die Armee schamlos Druck ausgeübt hat auf die zivilen Institutionen. Parlamentarier wurden von den Geheimdiensten gedrängt, aus der vorherigen Regierungspartei auszutreten. Journalisten wurden aufgefordert, kritisch gegenüber der Regierungspartei zu sein und sich unkritisch gegenüber der Partei von Khan zu äußern."

Wahlkommission spricht von technischen Problemen

Die Wahlkommission in Pakistan sagt, die Ergebnisse der Wahlen hätten sich wegen technischer Probleme verzögert. Es würden keinerlei Hinweise vorliegen, dass die Wahlen manipuliert seien. Es habe Beschwerden gegeben, aber nicht eine einzige gegen das Militär. Dessen Wunschkandidat soll Khan sein, aber sowohl die Armee als auch er selbst leugnen das. Khan selbst hat sich bislang noch nicht in der Öffentlichkeit zu den Wahlen geäußert.

Pakistan am Morgen nach den Wahlen
Silke Diettrich, ARD Neu Delhi
26.07.2018 06:46 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juli 2018 um 07:30 Uhr.

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