Papst Franziskus in Rom bei der Prozession vor dem Kolosseum. | Bildquelle: AP

Kreuzwegprozession Papst betet für Opfer des Menschenhandels

Stand: 19.04.2019 23:35 Uhr

Papst Franziskus hat die traditionelle Kreuzwegsprozession am Kolosseum mit Tausenden Gläubigen begangen. Der Leidensweg erinnerte dabei an aktuelle Themen - wie Zwangsprostitution und Flucht.

Papst Franziskus hat am Karfreitag beim Kreuzweg in Rom "von politischem Kalkül gepanzerte Herzen" beklagt. Im Zentrum der Prozession am Kolosseum, mit der am Abend an die Leiden Jesu erinnert wurde, stand das Schicksal missbrauchter Frauen und der Opfer von Menschenhandel.

Der Kreuzweg ist eine Jahrhunderte alte Tradition und stellt in 14 Stationen Jesus' Leidensweg bis zur Kreuzigung nach. 15.000 Gläubige verfolgten laut Vatikan die Zeremonie.

Papst Franziskus sprach am Ende ein Gebet. Darin beklagte er nicht nur die Abschottung vor Migranten, sondern auch die Gleichgültigkeit und den Egoismus der Menschen. Er lenkte den Blick auch auf den Klimawandel: Die Erde leide "ernsthaft", allerdings seien die Augen der Menschen egoistisch und durch Gier und Macht erblindet.

Papst Franziskus liegt im Gebet auf dem Boden vor der Messe zur Passion Christi. | Bildquelle: dpa
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Zeichen der Verehrung: Papst Franziskus vor der Messe zur Passion Christi.

Leiden der Migranten

Franziskus gedachte zudem der Kinder, die "in ihrer Unschuld und Reinheit verletzt" wurden, was wiederum als Anspielung auf den sexuellen Missbrauch durch Geistliche verstanden werden kann. Die Kirche, die sich laut Franziskus "ständig von innen und außen angegriffen" fühle, steckt wegen Skandalen um Missbrauch und dessen Vertuschung in mehreren Ländern der Welt in einer tiefen Krise.

Die an den Stationen des Kreuzwegs verlesenen Worte hatte die italienische Nonne Eugenia Bonetti verfasst. Sie engagiert sich für Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden. Was sie schildert, geht ins Mark: So wurde etwa von "einer Minderjährigen mit einem zierlichen kleinen Körper" erzählt, "die ich eines Nachts in Rom traf, wo Männer in luxuriösen Wagen Schlange standen, um diese Mädchen auszubeuten". Auch wurde das Sterben von Flüchtlingen in der Wüste oder im Mittelmeer angeprangert.

Im Petersdom hatte Papst Franziskus zuvor die Karfreitagsliturgie gefeiert. Als Zeichen der Verehrung legte er sich auf einen Teppich auf den Boden.

Papst Franziskus beklagt Egoismus und Gleichgültigkeit
tagesschau 12:00 Uhr, 20.04.2019, Michael Schramm, ARD Rom

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