Papst Franziskus  auf dem Rückflug aus Armenien.

Papst zum Umgang mit Homosexuellen "Wir müssen um Vergebung bitten"

Stand: 27.06.2016 14:38 Uhr

Homosexuelle und andere von der Kirche benachteiligte Gruppen haben nach Ansicht von Papst Franziskus eine Entschuldigung verdient. Wer guten Willens sei und nach Gott suche, dürfe nicht verurteilt werden, so das Oberhaupt der katholischen Kirche.

"Wir Christen müssen uns für so viele Dinge entschuldigen, nicht nur dafür, und wir müssen um Vergebung bitten", sagte Papst Franziskus mit Blick auf Homosexuelle. "Die Frage ist: Wenn eine Person, die so beschaffen ist, einen guten Willen hat und nach Gott sucht, wer sind wir, darüber zu urteilen?", so das Kirchenoberhaupt auf dem Rückflug aus Armenien.

Journalisten hatten ihn gefragt, ob er die Meinung von Kardinal Marx teile, der nach dem Massaker in einem Schwulennachtclub in Orlando auf einer Konferenz in Dublin eine Entschuldigung an Homosexuelle gefordert hatte.

Worte allein reichen nicht

Der Lesben- und Schwulenverband begrüßte die Äußerungen. Damit gestehe der Papst die Verantwortung der Kirche für Ausgrenzung und Diskriminierung von Lesben und Schwulen ein. Worte allein reichten aber nicht.

Bereits 2013 hatte Franziskus die Worte "Wer bin ich, zu richten?" gesprochen und damit seinen Umgang mit lesbischen und schwulen Menschen beschrieben.

Bitte um Vergebung - auch an andere

Jetzt fügte er hinzu, dass auch andere Gruppen eine Entschuldigung verdient hätten, besonders Arme, ausgebeutete Frauen und Kinder, die zur Arbeit gezwungen werden. Er bedaure, dass die Kirche Waffen gesegnet habe und dass sie für Menschen in Not, zum Beispiel bei Scheidungen und anderen Problemen, nicht da gewesen sei.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Juni 2016 um 12:00 Uhr

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