Papst Franziskus steht hinter einem Rednerpult | Bildquelle: REUTERS

Besuch in Rumänien Papst ruft zu mehr Demokratie auf

Stand: 31.05.2019 13:44 Uhr

Papst Franziskus ist zu einem dreitägigen Besuch in Rumänien eingetroffen. In der Hauptstadt Bukarest rief er die Politik auf, die Demokratie zu festigen und auf Eigeninteressen zu verzichten.

Papst Franziskus hat zu Beginn seines Besuchs in Rumänien die Politik zur Festigung der demokratischen Strukturen und zum Verzicht auf Eigeninteressen aufgerufen. Seit dem Ende der Unterdrückung vor 30 Jahren habe das Land große demokratische Fortschritte gemacht, sagte der er in einer Rede vor Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Diplomatie in Bukarest.

Rumänien müsse weiter daran arbeiten, den "berechtigten Erwartungen der Bürger" zu entsprechen und strukturelle und institutionelle Voraussetzungen für deren Entwicklung zu schaffen. Dabei mahnte er zur Zusammenarbeit aller gesellschaftlichen Kräfte und zum Einsatz für das Gemeinwohl.

Landflucht schwächt religiöse Wurzeln

Als größte Herausforderung nach der Wende bezeichnete der Papst die Auswanderung mehrerer Millionen Rumänen auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen. Dabei erinnerte er an die Entvölkerung auf dem Land.

Papst Franziskus besucht Rumänien
tagesschau 17:00 Uhr, 31.05.2019

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Damit einher gehe die Schwächung kultureller und religiöser Wurzeln, die das Land im Widerstand getragen hätten. Zugleich würdigte Franziskus den wirtschaftlichen und kulturellen Beitrag von Rumänen im Ausland.

"Los der Ärmsten zu Herzen nehmen"

Nachdrücklich rief er zur Integration der Schwächsten und Ärmsten auf. "Je mehr sich eine Gesellschaft das Los der am meisten Benachteiligten zu Herzen nimmt, desto mehr kann sie wirklich zivilisiert genannt werden", sagte Franziskus.

Staatspräsident Klaus Johannis nannte seinerseits den Papstbesuch eine "Ermutigung, einen Dienst für das Gemeinwohl zu leisten und zu einer gerechten Gesellschaft beizutragen". Im Blick auf die für Sonntag geplante Seligsprechung von sieben griechisch-katholischen Märtyrer-Bischöfen sprach Johannis in seiner Begrüßung von einer "Würdigung aller, die sich während der kommunistischen Zeit für die Freiheit und den Glauben geopfert haben".

Schulen geschlossen wegen Papstbesuch

Der Papst hielt seine Rede zu Beginn seines dreitägigen Besuchs am Amtssitz des Staatspräsidenten auf Schloss Cotroceni. Zuvor war er dort mit militärischen Ehren willkommen geheißen worden. Anschließend zog er sich mit Johannis zu einer privaten Unterredung zurück. Danach sprach er auch mit der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin Viorica Dancila.

Das öffentliche Leben in Bukarest steht im Zeichen des Besuchs von Franziskus. Obwohl die katholische Bevölkerung in der Hauptstadt nur eine Minderheit von 1,2 Prozent bildet, blieben die Schulen geschlossen. Tausende säumten die Fahrtstrecke des Papstes vom Flughafen zum Schloss im Osten der Hauptstadt. Die bislang einzige Visite eines katholischen Kirchenoberhaupts war die von Johannes Paul II. 1999.

Papst Franziskus in Rumänien
Tassilo Forchheimer, ARD Rom
31.05.2019 21:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 31. Mai 2019 Deutschlandfunk24 um 14:00 Uhr in den Nachrichten und die tagesschau um 17:00 Uhr.

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