Satellitenbild von Bimssteinteppich  | Bildquelle: dpa/NASA

Nach Vulkanausbruch Ein Meer aus Steinen im Pazifik

Stand: 26.08.2019 14:04 Uhr

Im Pazifik haben Segler einen gigantischen Teppich aus Vulkangestein im Ozean entdeckt. Satellitenbilder zeigen mehrere Millionen lose Steine auf einer Fläche der Größe Bochums.

Als die australischen Segler Larissa Brill und Michael Hoult Anfang August mit ihrem Katamaran in Richtung Fidschi-Inseln unterwegs waren, machten sie eine außergewöhnliche Entdeckung: einen riesigen Teppich aus vulkanischem Gestein.

"Das Feld aus Steinbrocken reichte so weit, wie wir im Mondlicht und mit dem Licht unserer Scheinwerfer sehen konnten", schrieben sie auf ihrer Facebook-Seite.

Brill und Hoult steckten vorübergehend fest, weil Steine ​​ihr Ruder blockiert hatten. Sie konnten dann aber aus dem Feld herausnavigieren. Auf Video-Aufnahmen des australischen TV-Senders 7News ist zu sehen, wie der Steinteppich bis zum Horizont reicht.

Millionen Brocken Bimsstein

Tatsächlich zeigen Satellitenbilder lose Steine auf einer Fläche von rund 150 Quadratkilometern - der Größe Bochums oder auch Freiburgs - die im Ozean auf Australien zutreiben. Vermutet wird, dass der Teppich durch den Ausbruch eines unterirdischen Vulkans in der Nähe des Inselstaats Tonga in der ersten Augustwoche entstand.

Dabei handelt es sich wohl um mehrere Millionen Brocken vulkanischen Bimssteins von grauer Farbe. Bims entsteht etwa, wenn die glühende Gesteinsmasse nach einer Eruption unter Wasser schnell abkühlt. Durch Wasserdampf und Kohlendioxid wird das sogenannte Magma praktisch aufgeschäumt. Der Bimsstein hat viele Blasen, ist verhältnismäßig leicht und schwimmt deshalb auch auf dem Wasser. Die Brocken sind zum Teil so groß wie ein Basketball.

Der Segler Michael Hoult präsentiert einen Vulkanstein | Bildquelle: SAIL SURF ROAM/HANDOUT/EPA-EFE/R
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Der Segler Michael Hoult mit einem Vulkanstein - manche sind so groß wie Basketbälle

Neue Heimat für Meereslebewesen?

Experten hoffen jetzt, dass der im Ozean treibende Bims neue Heimat für Meereslebewesen werden könnte. Davon könnte möglicherweise auch das weltgrößte Korallenriff Great Barrier Reef vor der Küste Australiens profitieren, das unter Ausbleichung leidet.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Steinteppich tatsächlich Kurs auf Australien hält. Nach bisherigen Berechnungen bewegt er sich vermutlich dorthin. Allerdings dürfte es mehr als ein halbes Jahr dauern, bis die ersten Steine am Great Barrier Reef ankommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Nova am 26. August 2019 um 16:30 Uhr in den Wissensnachrichten.

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