Großprojekt beschlossen Peking bekommt weiteren Flughafen

Stand: 22.03.2019 15:31 Uhr

Mit Großflughäfen kennt sich China aus. Der 1958 errichtete Hauptstadtflughafen gehört zu den größten der Welt. Trotzdem ist er inzwischen zu klein. Ein weiterer Airport in Peking soll nun Entlastung schaffen. Die obersten Wirtschaftsplaner Chinas billigten den Bau eines zweiten Airports, der eine Kapazität von 70 Millionen Passagieren pro Jahr haben soll.

Von Ruth Kirchner, ARD-Hörfunkstudio Peking

Der Bau des ersten Abschnitts des neuen Großflughafens im Süden Pekings soll fünf Jahre dauern. Für das Gesamtprojekt sind nach Angaben der zentralen Wirtschaftsplanungskommission zehn Milliarden Euro veranschlagt. Bis 2025 soll der neue Airport jährlich mehr als 600.000 Flugzeuge abfertigen können. Eine niederländische Firma soll das Design des Großprojekts übernehmen, heißt es in Medienberichten.

Erst vor sechs Jahren war am bestehenden Flughafen von Peking, im Nordosten der Hauptstadt, das bis dahin größte Terminalgebäude der Welt eröffnet worden. Der Flughafen ist jedoch oft überlastet, Passagiere klagen immer wieder über massive Verspätungen. 

Im vergangenen Jahr wurden in Peking mehr als 83 Millionen Passagiere gezählt - nach Atlanta in den USA ist Peking damit der Flughafen mit den meisten Reisenden der Welt.

Flughafen in Peking
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Der Internationale Flughafen von Peking ist längst zu klein geworden. Jetzt soll ein weiterer gebaut werden.

Der neue Flughafen, 70 Kilometer südlich vom Zentrum, soll zu einer deutlichen Entlastung führen, zumal die Zahl der Flugreisenden weiter kräftig steigen dürfte. Experten verweisen aber auch darauf, dass 80 Prozent des chinesischen Luftraums vom Militär kontrolliert wird. Zivile Maschinen müssen sich auf enge Flugkorridore beschränken, was landesweit immer wieder zu Verspätungen und Ausfällen führt.

Wann mit dem Bau des neuen Flughafens begonnen wird, ist noch unklar. Im Süden Pekings müssen dafür rund 20 Dörfer abgerissen und tausende Menschen umgesiedelt werden. Proteste dagegen sind bislang nicht bekannt geworden. Viele Bauern in den betroffenen Dörfern haben vielmehr in den vergangenen Jahren ihre Häuser ausgebaut, um Entschädigungszahlungen in die Höhe zu treiben.

Chinas Wirtschaftsplaner billigen neuen Mega-Airport für Peking
R. Kirchner, ARD Peking
17.12.2014 10:53 Uhr

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