Sicherheitskräfte untersuchen den Tatort in Davao.

14 Tote bei Explosion auf den Philippinen Regierung macht Abu Sayyaf verantwortlich

Stand: 02.09.2016 21:26 Uhr

Bei einer Explosion in der Heimatstadt des philippinischen Präsidenten Duterte sind mindestens 14 Menschen getötet worden. Die Detonation ereignete sich auf einem Markt in der südlichen Hafenstadt Davao. Die Regierung macht die Islamistengruppe Abu Sayyaf verantwortlich.

In der Heimatstadt des philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte hat es eine Explosion auf einem Nachtmarkt gegeben. Nach Regierungsangaben starben in der Millionenstadt Davao mindestens 14 Menschen. Mehr als 24 Besucher zogen sich Verletzungen zu. Die Detonation ereignete sich nach Angaben des Militärs in der Nähe des bei Touristen und Geschäftsleuten beliebten Luxushotels Marco Polo.

Philippinischer Präsident Duterte
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War lange Bürgermeister von Davao, bevor er Präsident wurde: Rodrigo Duterte

Der zuständige Polizeichef Manuel Gaerlan sagte, Augenzeugen hätten widersprüchliche Angaben darüber gegeben, was geschehen sei. Einige hätten von einem explodierten Gasbehälter gesprochen, andere von einem möglichen Sprengsatz. Präsident Duterte habe sich in der Stadt aufgehalten, sei aber in Sicherheit, sagte sein Sohn und Vize-Bürgermeister von Davao, Paolo Duterte, der Nachrichtenagentur Reuters.

Regierung macht Abu Sayyaf verantwortlich

Die Bürgermeisterin von Davao - und Tochter des Präsidenten - Sara Duterte, erklärte, die Islamistengruppe Abu Sayyaf sei für die Bluttat verantwortlich. Es handele sich nach Einschätzung der Regierung um eine "Vergeltungsmaßnahme" der Islamisten. Ähnlich äußerte sich Verteidigungsminister Delfin Lorenzana. Bislang hat sich aber niemand zu dem Anschlag bekannt.

Die Gruppe Abu Sayyaf, die der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) die Treue geschworen hat, war in den 90er Jahren im muslimischen Süden der Philippinen mit Geld des Terrornetzwerks Al-Kaida gegründet worden und machte seitdem wiederholt mit der Entführung von Ausländern Schlagzeilen. Präsident Duterte hatte kürzlich zur Vernichtung der Gruppe aufgerufen.

Erst Bürgermeister, dann Staatschef

Rodrigo Duterte war mehrere Jahre Bürgermeister von Davao, bevor er im Mai zum Staatschef gewählt wurde. Er übernahm das Präsidentenamt mit dem Versprechen, einen gnadenlosen Feldzug gegen Drogenhändler und andere Straftäter zu führen. Seither wurden Polizeistatistiken zufolge bereits fast 2000 Menschen getötet.

Zudem befindet sich das philippinische Militär zurzeit in Alarmbereitschaft, weil in der südlichen Provinz Sulu eine Offensive gegen die Extremistengruppe Abu Sayyaf läuft. Auch Davao liegt im Süden der Philippinen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 03. September 2016 um 09:00 Uhr.

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